Ungarns Oppositionsführer warnt vor russischer Einflussnahme auf Wahl

Oppositionsführer Péter Magyar wirft Russland vor, mit Desinformation und Cyberangriffen Einfluss auf die ungarische Parlamentswahl 2026 nehmen zu wollen.

EURACTIV.com
Peter Magyar
Peter Magyar [Photo by Balint Szentgallay/NurPhoto via Getty Images]

Der ungarische Oppositionsführer Péter Magyar wirft Moskau vor, sich in die Parlamentswahl 2026 einmischen zu wollen. Russische Kräfte setzten dabei auf „Desinformationskampagnen, Cyberoperationen oder Einschüchterung“, um Wähler zu beeinflussen, warnte er.

In einem am Sonntag veröffentlichten offenen Brief forderte Magyar „klare Zusicherungen“, dass Russland auf eine Einflussnahme in die inneren Angelegenheiten Ungarns verzichte – auch durch Cyberangriffe oder Einschüchterung von Politikern und Bürgern, berichtet Reuters.

Magyar, dessen Partei „Respekt und Freiheit“ (Tisza) in Umfragen vor Ministerpräsident Viktor Orbáns Fidesz liegt, äußerte sich, nachdem der russische Auslandsgeheimdienst (SVR) behauptet hatte, die EU-Kommission plane einen „Regimewechsel in Budapest“ – mit Magyar als Wunschkandidat.

Laut jüngsten Umfragen liegt Orbán rund zehn Prozentpunkte hinter Magyars Oppositionspartei.

„Der letzte sowjetische Soldat verließ unser Land im Juni 1991. Jetzt sind ihre Agenten zurück – mal verdeckt, mal offen“, schrieb Magyar auf Facebook und forderte den russischen Botschafter auf, die Aussagen des SVR zu erklären.

Orbán selbst, der seit 2010 enge Beziehungen zu Moskau pflegt und EU-Militärhilfen für die Ukraine ablehnt, hatte Brüssel wiederholt vorgeworfen, in Ungarn eine „Marionettenregierung“ installieren zu wollen.

Die für das kommende Frühjahr angesetzte Parlamentswahl gilt als die größte Herausforderung für Orbán in fast zwei Jahrzehnten an der Macht.

(vib, jl)