Vermeidbaren Krebserkrankungen: EU-Gesundheitsrat empfiehlt Impfungen

Der Rat der EU hat eine Empfehlung zu durch Impfung vermeidbaren Krebsarten verabschiedet. Sie zielt darauf ab, bis 2030 die Zahl der Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs zu senken und die Virushepatitis zu eliminieren.

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"Die Empfehlung konzentriert sich auf die Erhöhung und Überwachung der Durchimpfung gegen HPV- und Hepatitis-B-Viren (HBV), wobei den tatsächlichen sozialen und sonstigen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten die nötige Aufmerksamkeit gewidmet wird", erklärte der stellvertretende belgische Premierminister und Minister für soziale Angelegenheiten und öffentliche Gesundheit, Frank Vandenbroucke. [© European Union]

Der Rat der EU hat eine Empfehlung zu durch Impfung vermeidbaren Krebsarten verabschiedet. Sie zielt darauf ab, bis 2030 die Zahl der Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs zu senken und die Virushepatitis zu eliminieren.

„Jedes Jahr sterben in der EU fast 14.000 Menschen an Gebärmutterhalskrebs und es werden über 16.000 Neuinfektionen mit Hepatitis B gemeldet“, sagte die für Gesundheit zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides.

„Mit unserem gemeinsamen Ziel, 90 Prozent der Mädchen gegen HPV zu impfen und die Zahl der Hepatitis-B-Impfungen zu erhöhen, haben wir eine historische Chance, Gebärmutterhalskrebs und andere durch diese Viren verursachte Krebsarten zu eliminieren“, fügte sie hinzu.

Die Impfung hat sich als sicher und äußerst erfolgreich erwiesen. Eine Studie über das britische Impfprogramm gegen HPV ergab, dass die Gebärmutterhalskrebsrate bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren, denen die Impfung im Alter von zwölf bis 13 Jahren angeboten wurde, um 90 Prozent zurückging.

Im EU-Plan zur Krebsbekämpfung wurde das Ziel festgelegt, bis 2030 90 Prozent der Mädchen zu impfen und die Durchimpfungsrate bei Jungen deutlich zu erhöhen.

Die Empfehlung wurde Anfang Februar von der Europäischen Kommission vorgeschlagen und am Freitag (21. Juni) vom Gesundheitsrat verabschiedet.

„Die Empfehlung konzentriert sich auf die Erhöhung und Überwachung der Durchimpfung gegen HPV- und Hepatitis-B-Viren (HBV), wobei den tatsächlichen sozialen und sonstigen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten die nötige Aufmerksamkeit gewidmet wird“, erklärte der stellvertretende belgische Premierminister und Minister für soziale Angelegenheiten und öffentliche Gesundheit, Frank Vandenbroucke.

Ein wichtiger Bestandteil der Empfehlung ist die Bekämpfung von Fehlinformationen und Desinformation über Impfstoffe. Vandenbroucke sagte, dies erfordere eine Verbesserung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung.

Die EU-Staaten können den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, den Europäischen Sozialfonds und das EU4Health-Programm nutzen, um Impfprogramme sowie Maßnahmen zu deren Bekanntmachung und Förderung zu unterstützen. Im Rahmen des EU4Health-Programms sind 20 Millionen Euro für gemeinsame Maßnahmen vorgesehen, die bei der Umsetzung der Empfehlung helfen können.

Elektronische Impfregister

Die Exekutivdirektorin von Vaccines Europe, Sibilia Quilici, bezeichnete das Ziel als ehrgeizig und erreichbar. „Es ist von entscheidender Bedeutung, auf den bereits erzielten Fortschritten aufzubauen und während der gesamten neuen Legislaturperiode weiter daran zu arbeiten.“

Vaccines Europe unterstrich die Bedeutung von aktuellen Impfregistern. Die EU wird die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung und Aufrüstung von Registern im Einklang mit ihrer Datenschutzverordnung unterstützen.

[Bearbeitet von Rajnish Singh/Kjeld Neubert]