WHO erklärt Mpox-Ausbruch zur internationalen Bedrohung

Der Notfallausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kam am Mittwoch (14. August) in Genf zusammen. Dabei wurde der jüngste Ausbruch von Mpox als ein internationaler Gesundheitsnotstand (GNIT) eingestuft.

Euractiv.com
WHO and Ministry of Health officials take a sample from an mpox patient in Mongala, Democratic Republic of the Congo, on 25 March 2023.
WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte den Notfallausschuss einberufen, nachdem sich eine neue Variante des Mpox-Virus, Klade 1b, in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und in den Nachbarstaaten Burundi, Ruanda, Kenia und Uganda stark ausgebreitet hatte. [© WHO / Katson Maliro]

Der Notfallausschuss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kam am Mittwoch (14. August) in Genf zusammen. Dabei wurde der jüngste Ausbruch von Mpox als ein internationaler Gesundheitsnotstand (GNIT) eingestuft.

WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte den Notfallausschuss einberufen, nachdem sich eine neue Variante des früher als Affenpocken bezeichneten Mpox-Virus in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und in den Nachbarstaaten Burundi, Ruanda, Kenia und Uganda stark ausgebreitet hatte.

„Es ist klar, dass eine koordinierte internationale Reaktion erforderlich ist, um diese Ausbrüche zu stoppen und Leben zu retten“, sagte Tedros.

Das Afrikanische Zentrum für Krankheitskontrolle (Africa CDC) hat am Dienstag (13. August) einen kontinentalen Gesundheitsnotstand (PHECS) ausgerufen.

„Dies ist nicht nur ein afrikanisches Problem. Mpox ist eine globale Bedrohung, eine Bedrohung, die keine Grenzen, keine Ethnie und keinen Glauben kennt“, erklärte Dr. Jean Kaseya, Generaldirektor des Afrikanischen Zentrums. „Es ist ein Virus, das unsere Verwundbarkeit ausnutzt und unsere schwächsten Punkte angreift. Und genau in diesen Momenten der Verwundbarkeit müssen wir unsere größte Stärke finden und zeigen, dass wir alle aus COVID gelernt haben, indem wir solidarisch handeln.“

Mpox wurde 2022 zur gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite (GNIT) erklärt. Zu diesem Zeitpunkt breitete sich der Erreger über die Demokratische Republik Kongo hinaus aus und wurde in vielen Staaten, auch in der EU, nachgewiesen. Der Alarm wurde im Mai 2023 wieder aufgehoben.

Das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) wird am 16. August eine aktualisierte Risikobewertung für die Staaten der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums veröffentlichen. Darüber hinaus wird der EU-Gesundheitssicherheitsausschuss am kommenden Montag (19. August) zusammentreten, um zu erörtern, welche weiteren Maßnahmen erforderlich sind.

Impfstoffe

Die Europäische Behörde für die Krisenvorsorge -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) wird 175.420 Dosen des MVA-BN®-Impfstoffs beschaffen und als Sofortmaßnahme an das Afrikanische Zentrum für Krankheitskontrolle senden. MVA-BN ist derzeit der einzige von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassene Mpox-Impfstoff, der als unmittelbare Reaktion auf den Mpox-Ausbruch in Afrika eingesetzt werden kann.

Darüber hinaus wird der Hersteller des Impfstoffs, das Pharmaunternehmen Bavarian Nordic, HERA 40.000 Dosen zur Verfügung stellen. Das Afrikanische Zentrum wird die Impfstoffe entsprechend dem regionalen Bedarf verteilen.

Derzeit haben nur zwei Staaten eine Notfallzulassung für den Impfstoff erteilt. Die WHO hat Bavarian Nordic jedoch aufgefordert, eine Interessensbekundung für eine Listung des Impfstoffs für den Notfalleinsatz einzureichen. Dadurch könnte der Impfstoff afrikanischen Staaten, in denen es noch keine nationalen Zulassungen gibt, schneller zugänglich gemacht werden.

„Starke globale Partnerschaften sind der Kern unserer Europäischen Gesundheitsunion“, erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. „Gesundheitsbedrohungen kennen keine Grenzen und dank der Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission, dem Afrikanischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Bavarian Nordic stellen wir heute 215.000 Impfstoffe zur Verfügung, um die am stärksten gefährdeten Menschen in den vom Mpox-Ausbruch in Afrika betroffenen Ländern zu schützen.“

Kyriakides sagte, dass die Bedrohung eine entschlossene Reaktion und grenzüberschreitende Solidarität erfordere, denn „Vorsorge und Reaktion auf Gesundheitsbedrohungen sind ein globales Unterfangen.“