Verwirklichung der Lissabon-Ziele könnte über 10 Jahre 8 % zum BIP der EU hinzufügen, so Kommission

Eines Arbeitspapiers der Kommission zufolge könnten die im Rahmen der Lissabon-Agenda vorgesehenen Strukturreformen beträchtliche positive wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Eines Arbeitspapiers der Kommission zufolge könnten die im Rahmen der Lissabon-Agenda vorgesehenen Strukturreformen beträchtliche positive wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Das Arbeitspapier der Kommission verweist auf Berichte und Studien zu den Wirtschaftsauswirkungen von Reformen, die im Rahmen der Lissabon-Strategie vorgesehen sind.

Die Studie der Kommission erinnert daran, dass es äußerst schwierig sei, die Folgen der Reformen zu quantifizieren. Die Gründe hierfür seien die „Heterogenität“ einzelner Reformmaßnahmen, zeitliche Verzögerungen bei ihrer Umsetzung und die Tatsache, dass sie sich teilweise ergänzen, überschneiden und ausgleichen. 

Die Lissabon-Reformen werden in fünf Kategorien unterteilt:

  • Produkt- und Kapitalmarktreformen
  • Investitionen in die wissensbasierte Wirtschaft
  • Arbeitsmarktreformen
  • Reformen der Umweltpolitik

In der Studie wird betont, dass allein die Produkt- und Kapitalmarktreformen, die in der zweiten Hälfte der 90er Jahre durchgeführt wurden, mittelfristig einen Anwachs des jährlichen BIP um einen halben Prozentpunkt zur Folge gehabt hätten. Wenn man den möglichen Beitrag von höheren Investitionen in Wissenschaft und Forschung hinzuzähle,  könnte das potentielle Wachstum in der EU um einen ¾ Prozentpunkt steigen. Über einen Zeitraum von 10 Jahren würde dies ein Anwachsen des BIP-Niveaus um 7 bis 8 % bedeuten.

In der Studie heißt, dass mit der Nichterreichung einer saubereren Umwelt ebenfalls hohe Kosten verbunden wären, da dies zu einer schlechteren Lebensqualität, schädlichen Gesundheitsauswirkungen, verlorenen wirtschaftlichen Möglichkeiten und höheren Umweltkosten führen würde. Dies würde sich ebenfalls negativ auf die Kostenbilanz der Nichtumsetzung der Lissabon-Strategie auswirken. 

Das Arbeitspapier kommt zu dem Schluss, dass mehr Forschung in Bezug auf ‚flankierende Politiken’ betrieben werden müsse. Es müsse noch mehr Kenntnisse darüber geben, welcher dieser Politiken es bedürfe, um die Vorteile der Lissabon-Agenda zu maximieren und die Umstellungskosten zu minimieren.