Vor Trump-Putin-Gipfel: Orbán spricht Russland den Sieg zu

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat am Dienstag erklärt, Russland habe den Krieg in der Ukraine gewonnen – nur wenige Tage bevor US-Präsident Donald Trump am Freitag zu einem Treffen mit Wladimir Putin zusammenkommt.

EURACTIV.com
Prime Minister Of Hungary Viktor Orban Visits Kyiv
Prime Minister Of Hungary Viktor Orban Visits Kyiv [Photo by Vitalii Nosach/Global Images Ukraine via Getty Images]

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat am Dienstag erklärt, Russland habe den Krieg in der Ukraine gewonnen – nur wenige Tage bevor US-Präsident Donald Trump am Freitag zu einem Treffen mit Wladimir Putin zusammenkommt.

„Wir reden jetzt so, als sei dies eine offene Kriegssituation, aber das ist es nicht. Die Ukrainer haben den Krieg verloren. Russland hat diesen Krieg gewonnen“, sagte Orbán dem YouTube-Kanal „Patriota“, wie zuerst die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Es ist nicht das erste Mal, dass der ungarische Regierungschef die Erfolgschancen Kyjiws infrage stellt. Seine jüngsten Äußerungen kommen jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem Moskau militärisch deutliche Geländegewinne verzeichnet.

Während Orbán das Ergebnis als entschieden betrachtet, drängen andere europäische Staats- und Regierungschefs den US-Präsidenten, gegenüber Moskau eine härtere Haltung einzunehmen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird am Mittwoch nach Berlin reisen, um gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz eine Telefonkonferenz mit Trump, US-Vizepräsidentin Vance und weiteren europäischen Amtskollegen abzuhalten.

Bereits am Montag hatten die EU-Außenminister in einer Online-Sitzung eine Erklärung verabschiedet, wonach jedes Friedensabkommen „Stabilität und Sicherheit gewährleisten und das Völkerrecht achten muss – einschließlich der Prinzipien von Unabhängigkeit, Souveränität, territorialer Integrität – und dass internationale Grenzen nicht gewaltsam verändert werden dürfen“.

Zudem bekräftigten sie ihre Unterstützung für die EU-Beitrittsambitionen Kyjiws. Brüssel unterstreiche „das inhärente Recht der Ukraine, ihr eigenes Schicksal zu wählen“ und werde „die Ukraine auf ihrem Weg in die EU weiterhin unterstützen“. Ungarn war das einzige EU-Land, das die Erklärung nicht unterzeichnete.

Orbán verteidigte am Dienstag seine abweichende Haltung und erklärte, der gemeinsame Text lasse Europa „lächerlich und erbärmlich“ erscheinen.

„Wenn man nicht mit am Verhandlungstisch sitzt, steht man auf der Speisekarte.“

(mm, jl)