Zustimmung zu Europa, Misstrauen gegenüber EU-Institutionen

Die Zustimmung der jungen Europäer zur Europäischen Integration wächst. Zugleich misstrauen zwei Dritte der Befragten den EU-Institutionen.

Euractiv.de
Pulse of Europe rally in Frankfurt
In knapp 100 Tagen ist es soweit: Der Europawahlkampf 2019 beginnt langsam an Fahrt. [EPA/ALEXANDER BECHER]

Die Zustimmung der jungen Europäer zur EU wächst. Zugleich misstrauen viele den Behörden und Institutionen.

In einer am heutigen Donnerstag in Berlin veröffentlichten Umfrage der TUI-Stiftung unter 16- bis 26-Jährigen in sieben europäischen Staaten gaben 71 Prozent an, sie würden gegen einen Austritt ihres Landes aus der EU stimmen. Im Vorjahr waren dies nur 61 Prozent.

In Deutschland würden sogar 80 Prozent im Fall eines Referendums gegen einen EU-Austritt stimmen – im vergangenen Jahr waren dies hierzulande lediglich 69 Prozent. Die EU wird damit insgesamt unter den Jungen positiver wahrgenommen. Zu optimistische Schlüsse sollte das EU-Spitzenpersonal daraus allerdings nicht ziehen. Ginge es ausschließlich nach der Jugend, würde auch der Brexit nicht stattfinden.

Und auch unter den Jungen bleiben Vorbehalte bestehen. So vertraut nur jeder Dritte der insgesamt rund 6.000 vom Meinungsforschungsinstitut YouGov befragten Teilnehmer Institutionen wie dem EU-Parlament oder der EU-Kommission. Man kann das Ergebnis daher auch als eher abstrakte Zustimmung zur Europäischen Integration interpretieren und nicht unbedingt als eine zur konkreten Form der EU-Integration.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen: Europa erlebt ein Comeback bei jungen Menschen“, erklärte der Kuratoriumsvorsitzende Thomas Ellerbeck. „Der Brexit hat wachgerüttelt.“ In einer Welt, die an vielen Orten in Unruhe sei und in der nationale Abschottung statt Kooperation propagiert werde, „erhält Europa eine neue Kontur“.

Als wichtigste Aufgaben für die kommenden fünf Jahre sehen die Befragten auf EU-Ebene die Bekämpfung des Terrorismus (44 Prozent), den Umwelt- und Klimaschutz (34 Prozent) sowie die Regulierung von Einwanderung (33 Prozent) an.

Für die deutschen Jugendlichen ist die Förderung von neuen Technologien sowie Internet und Digitalisierung von großer Wichtigkeit. Für 21 Prozent ist das eines der wichtigsten drei Themen auf EU-Ebene und sogar für jeden Dritten (29 Prozent) auf nationaler Ebene. Das ist der höchste Wert im Vergleich der sieben befragten Länder.