Zwölf europäische Staaten bereit, Scholz' Raketenabwehrschild beizutreten

Der von Bundeskanzler Olaf Scholz angeregte „Europäischen Skyshield“ nimmt an Gestalt an, nach dem insgesamt zwölf europäische Länder ihre Bereitschaft erklärt haben, sich dem Projekt anzuschließen. Angesichts der Eskalation des Ukraine-Krieges wächst die Angst vor dem Einsatz von ballistischen Interkontinentalraketen.

Euractiv.com
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Scholz legte in einer Rede in Prag am 29. August seine Initiative zur Integration des Flickenteppichs europäischer Verteidigungssysteme in einen europäischen Raketenschild vor, um eine effizientere und kostengünstigere Lösung zu ermöglichen. Zudem plädierte er für eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Luftabwehr. [EPA-EFE/HANNIBAL HANSCHKE]

Der von Bundeskanzler Olaf Scholz angeregte „Europäischen Skyshield“ nimmt an Gestalt an, nach dem insgesamt zwölf europäische Länder ihre Bereitschaft erklärt haben, sich dem Projekt anzuschließen.

Angesichts der Eskalation des Ukraine-Krieges wächst derweil die Angst vor dem Einsatz von ballistischen Interkontinentalraketen.

Scholz legte in einer Rede in Prag am 29. August seine Initiative zur Integration des Flickenteppichs europäischer Verteidigungssysteme in einen europäischen Raketenschild vor, um eine effizientere und kostengünstigere Lösung zu ermöglichen. Zudem plädierte er für eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Luftabwehr.

Angeführt von Deutschland sollen sich insgesamt zwölf europäische Länder – Belgien, Bulgarien, die Tschechische Republik, Estland, Finnland, Norwegen, Litauen, Lettland, Rumänien, die Slowakei, Slowenien und die Niederlande – Scholz‘ europäischem Raketenschutzschild anschließen.

Die Idee eines gemeinsamen europäischen Luftverteidigungssystems findet vor allem bei den osteuropäischen Ländern Anklang, die über Putins Drohungen einer weiteren Eskalation und den Einsatz von Atomwaffen beunruhigt sind. Scholz hat nicht nur die Unterstützung vieler europäischer Partner gewonnen, sondern auch die seiner liberalen und traditionell antimilitaristischen grünen Koalitionspartner.

Eine gemeinsame Absichtserklärung soll am Rande des Treffens der NATO-Verteidigungsminister:innen am Mittwoch und Donnerstag (12./13. Oktober) im Hauptquartier der Organisation in Brüssel unterzeichnet werden, berichtete Der Spiegel.

Medienberichten aus verschiedenen Ländern zufolge soll der „Europäische Skyshield“ mit dem Arrow 3 Raketenabfangsystem ausgestattet werden, das ursprünglich von Israel entwickelt und eingesetzt wurde.

Bei dem Arrow 3 handelt es sich um eine Anti-Ballistik-Rakete, die in der Lage ist, Langstreckengeschosse abzufangen und sie dann aus sicherer Entfernung zu neutralisieren. Die Stationierung dieser Raketenabwehrbatterien in mehreren Staaten könnte eine umfassendere und kostengünstigere Verteidigung des europäischen Luftraums ermöglichen.

Frankreich und Polen haben das Angebot von Scholz jedoch bereits abgelehnt.

Während Polen erklärte, es werde stattdessen sein eigenes Luftabwehrsystem aufstellen, verlässt sich Frankreich stark auf die Abschreckungswirkung seines eigenen Atomwaffenarsenals, anstatt auf konventionelle ballistische Raketenabwehrsysteme zu setzen.