2000 EU-Soldaten werden Wahlen im Kongo beaufsichtigen [DE]

Eine EU-Truppeneinheit wird in einem "ungesunden Klima" versuchen, die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen im Kongo unter Kontrolle zu halten, um den reibungslosen Ablauf der ersten freien Wahlen seit vier Jahrzehnten zu sichern.

Eine EU-Truppeneinheit wird in einem „ungesunden Klima“ versuchen, die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen im Kongo unter Kontrolle zu halten, um den reibungslosen Ablauf der ersten freien Wahlen seit vier Jahrzehnten zu sichern.

Am 12. Juni 2006 gaben die EU-Außenminister grünes Licht für den Truppeneinsatz im Kongo zum Schutz der Wahlen im Kongo.  Insgesamt wird die EU 2000 Soldaten entsenden; Frankreich und Deutschland werden mit 800 bzw. 780 Soldaten den größten Beitrag zum Kongo-Einsatz liefern.  Im Gegensatz zu den französischen Soldaten werden die deutschen Soldaten nur in der Hauptstadt Kinshasa eingesetzt werden.

Der EU-Sondergesandte für die Region der großen Seen, Aldo Ajello, warnte vor dem „ungesunden Klima“, welches der Wahlkampf, der sich zunehmend auf Nationalitäten und die ethnische Abstammung des derzeitigen Präsidenten Joseph Kabila und anderer Kandidaten konzentriere, erzeuge.

Die EU-Truppe soll die 17.000 Soldaten der UN-Friedenstruppe (Monuc) unterstützen, welche seit Ende des Bürgerkrieges (1998 – 2002) versucht, den zerbrechlichen Frieden zu schützen.

Der Oberkommandierende des EU-Militäreinsatzes, Generalleutnant Karlheinz Viereck, gab sich zuversichtlich, dass die guten Vorbereitungen es den Soldaten ermöglichen würden, ausreichend starke Abschreckung zu sein. 

In einem Kommentar in der International Herald Tribune bezeichneten die Sicherheitsanalysten Jean-Yves Haine und Bastian Giegerich den EU-Einsatz als eine „größtenteils kosmetische“ Operation, bei welcher es sich mehr um eine europäische Formalität als um die afrikanische Sache handeln würde.