91 Prozent der Städte versuchen urbanes Klima mit Natur schützen

Fast alle europäischen Städte versuchen, mit Lösungen basierend auf der Natur, höhere Temperaturen und andere Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen. Dies geht aus einem am Montag (29. April) veröffentlichten Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) hervor.

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Naturbasierte Lösungen, die sich für die Kühlung und Wasserrückhaltung in Städten als wirksam erweisen, sind für die meisten Städte das Mittel der Wahl geworden. [Shutterstock/Trygve Finkelsen]

Fast alle europäischen Städte versuchen, mit Lösungen basierend auf der Natur, höhere Temperaturen und andere Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen. Dies geht aus einem am Montag (29. April) veröffentlichten Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) hervor.

In ganz Europa lag die Temperatur im März 2024 um 2,12 Grad Celsius über dem Durchschnitt für diesen Monat. Städte, in denen es zehn bis 15 Grad wärmer sein kann als im Umland, bekommen diese Klimaveränderungen besonders stark zu spüren. Aus diesem Grund ist man auf der Suche nach Lösungen.

Naturbasierte Lösungen, die sich für die Kühlung und Wasserrückhaltung in Städten als wirksam erweisen, sind für die meisten Städte das Mittel der Wahl geworden. Dieser Ansatz findet sich in 91 Prozent der 19.000 untersuchten lokalen Klimaaktionspläne, so ein neuer Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA).

„Sie bieten auch viele andere Vorteile, wie zum Beispiel Raum für Erholung und die Reduzierung der Umweltverschmutzung“, so die Agentur weiter.

Naturbasierte Lösungen beinhalten beispielsweise das Anlegen und Pflegen von Parks und städtischen Wäldern, begrünte Dächer und die Einführung von „natürlichen Wasserrückhaltemaßnahmen“ gelten als bewährte Praktiken.

Infolgedessen beobachtet der Bericht eine Verschiebung des etablierten Dogmas: von Städten, die sich entweder für „graue“ oder „grüne“ Infrastruktur entscheiden, hin zu einem „Grau mit Grün“-Ansatz.

In Europa ist der Umfang der grünen Infrastruktur sehr unterschiedlich. In der slowakischen Stadt Trnava waren gerade einmal sieben Prozent der Fläche begrünt. Die spanische Stadt Cáceres verzeichnet dagegen einen Grünanteil von beachtlichen 96 Prozent.

Auch wenn eine Stadt über viele Grünflächen verfügt, bedeutet dies nicht, dass sie für die Bürger zugänglich sind. „Öffentlich zugängliche Grünflächen“ machen nur drei Prozent der Fläche der europäischen Städte aus.

Städte, von denen man lernen kann

In ganz Europa stechen einige Städte hervor. In Madrid arbeitet die Stadtverwaltung im Rahmen des Projekts „Madrid 360“ daran, die Stadt mit einem Ring aus Bäumen zu umgeben.

In den nächsten zehn Jahren will die spanische Hauptstadt zwei Millionen Bäume in einem 75 Kilometer langen Waldgürtel pflanzen. Das Projekt kämpft jedoch mit extremen Wetterereignissen, die den jungen Bäumen schaden, und mit Konflikten um Landbesitz.

Die polnische Stadt Poznań begrünte städtische Flächen und öffnete sie für die Öffentlichkeit. Außerdem wurden auf zuvor ungenutzten Brachflächen entlang des Flusses Warta „Stadtstrände“ eingerichtet.

Im schwedischen Göteborg haben sich die Stadtplaner den Regen zu eigen gemacht, der rund 40 Prozent der Zeit auf sie niederprasselt. Diese als „Regnlekplatsen“ (Regenspielplatz) bekannten Spielplätze sind so angelegt, dass sie Kindern bei Regen am meisten Spaß machen.

In dem Bericht werden zwar die bisherigen Fortschritte begrüßt. Es wird jedoch festgestellt, dass mehr getan werden muss, um die Klimaanpassung in allen Branchen und auf allen Entscheidungsebenen zu verankern. Der Bericht plädiert dafür, dass die Beteiligten eine „gemeinsame Vision für eine widerstandsfähige städtische Zukunft“ entwickeln, die die Integration der Natur mit der Berücksichtigung des Wohlergehens der Bürger verbindet.

[Bearbeitet von Donagh Cagney/Chris Powers]