Amnesty wirft Separatisten in Ukraine Folter und Entführungen vor

Amnesty International macht die Separatisten im Osten der Ukraine für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich.

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Amnesty International macht die Separatisten im Osten der Ukraine für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich.

In der Region habe es Hunderte Fälle von Entführung und Folter gegeben, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. „Die meisten Entführungen gehen auf das Konto von bewaffneten Separatisten“, sagte der Vizedirektor von Amnesty für Europa und Zentralasien, Denis Krivosheew.

„Die Opfer wurden oft brutal geschlagen und gefoltert. Aber auch seitens der regierungstreuen Kräfte haben wir Menschenrechtsverletzungen dokumentiert.“ Amnesty forderte die ukrainische Regierung auf, alle Fälle gründlich und unabhängig zu untersuchen.

Die Gewalt der Separatisten treffe nicht nur politische Gegner, erklärte die Organisation. Oft gehe es auch darum, die Zivilbevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen und zu kontrollieren. Die Erpressung von Lösegeld sei ein weiteres Motiv.

„In Mariupol waren Polizei und Militär nirgends zu sehen, als wir in den vergangenen Wochen dort waren“, erklärte Krivosheew. „Es herrscht ein Vakuum, was Autorität und Sicherheit angeht.“ Die Angst vor Repressalien, Entführungen und Folter sei allgegenwärtig.

Die Regierungstruppen hatten am Wochenende die Rebellenhochburg Slawjansk im Osten der Ukraine zurückerobert. Doch die Separatisten sind nach wie vor aktiv in und rund um Luhansk, im Grenzgebiet zu Russland sowie in der 900.000-Einwohner-Stadt Donezk.