Angst vor Trump-Zöllen: Deutsche Autohersteller stärken Verbindungen in die USA

Für deutsche Autohersteller sind die USA ein wichtiger Handelspartner. Trotz düsterer Prognosen äußern sie sich in Bezug auf die bestehenden Handelsbeziehungen unter der neuen Trump-Regierung optimistisch.

EURACTIV.com
UAW Looks To Unionize Tennessee Volkswagen Plant
VW könnte in den USA mit Handelskomplikationen konfrontiert werden. [Elijah Nouvelage/Getty Images]

Für deutsche Autohersteller sind die USA ein wichtiger Handelspartner. Trotz düsterer Prognosen äußern sie sich in Bezug auf die bestehenden Handelsbeziehungen unter der neuen Trump-Regierung optimistisch.

Wirtschaftsexperten in Deutschland, Österreich und der Schweiz äußerten sich in einer aktuellen Studie am negativsten zu den Auswirkungen der US-Präsidentschaft von Donald Trump auf die Wirtschaft – sogar noch negativer als in Kanada und den USA selbst.

Doch die deutschen Autohersteller, deren Exporte etwa ein Fünftel der deutschen Ausfuhren in die USA ausmachen, betonen in öffentlichen Stellungnahmen die positiven Aspekte.

„Wir fühlen uns als Teil der US-Gesellschaft“, sagte der Volkswagen-Vorstandsvorsitzende Oliver Blume gegenüber der Tageszeitung Bild.

VW werde auch mit der nächsten US-Regierung „in bewährter Weise zusammenarbeiten“, insbesondere durch Investitionen von mehr als fünf Milliarden Euro in ein Werk in Chattanooga, Tennessee, erklärte Blume. Weitere fünf Milliarden Euro sollen in eine Unternehmenskooperation mit dem Elektrofahrzeughersteller Rivian fließen.

Doch VW könnte in den USA mit Handelskomplikationen konfrontiert werden.

Einige der für den amerikanischen Kontinent bestimmten Autos werden in Mexiko hergestellt und könnten daher bei der Einfuhr in die USA gesonderten Zöllen unterliegen.

Gerüchte über eine Verlegung der E-Fahrzeugproduktion aus dem deutschen Zwickau in die USA wurden vorerst abgewiesen, aber das könnte sich in Zukunft ändern.

Zölle hemmen das Wachstum, warnt Mercedes

Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Gruppe Ola Källenius schlug letzte Woche auf der Brüsseler Automobilausstellung einen ähnlichen Ton an. Sein Unternehmen sei „seit über 100 Jahren in den Vereinigten Staaten aktiv“ und „tief“ auf beiden Seiten des Atlantiks engagiert und verwurzelt.

In seiner Rolle als Präsident des europäischen Autoverbandes (ACEA) sprach Källenius sogar von einem „großen Geschäft“, das die EU mit der neuen Trump-Regierung abschließen müsse.

„Wann immer eine Wirtschaftsregion das stumpfe Instrument der einfachen Zollerhöhung einsetzt, erstickt dies das Wachstum.“

Autohersteller BMW und DaimlerTruck haben in ähnlicher Weise auf Medienfragen zur Trump-Regierung reagiert, indem sie ihre allgemeine Unterstützung für den Freihandel sowie ihren Optimismus zum Ausdruck gebracht haben, dass Zölle vermieden werden.

Deutschland geht in sein drittes Rezessionsjahr und hofft dabei auf das Beste, bereitet sich jedoch auch auf das Schlimmste vor.

Der deutsche Botschafter in den USA, Andreas Michaelis, sorgte am Wochenende für Schlagzeilen. In einem geleakten Bericht warnte er Berlin davor, in den USA mit „der maximalen Disruption, des Aufbrechens etablierter politischer Ordnung“ zu rechnen.

Für Deutschland sehen die Zahlen nicht gut aus.

Die deutschen Exporte in die USA beliefen sich im ersten Halbjahr 2024 auf 80,7 Milliarden Euro, die Importe aus den USA hingegen auf nur 46 Milliarden Euro.

Stimmen aus Industrie und Diplomatie befürchten, dass dieses Ungleichgewicht so eklatant ist, dass keine noch so freundliche Geste, kein Wort und kein Kompromissvorschlag ausreichen werden, um Trumps Aufmerksamkeit zu entgehen.

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