Ankara und Athen nähern sich an
Die ehemaligen Erzfeinde Griechenland und die Türkei haben am Freitag in Athen Gespräche über den weiteren Ausbau ihrer Beziehungen aufgenommen. Griechenland ist einer der stärksten Befürworter des EU-Beitritts der Türkei.
Die ehemaligen Erzfeinde Griechenland und die Türkei haben am Freitag in Athen Gespräche über den weiteren Ausbau ihrer Beziehungen aufgenommen. Griechenland ist einer der stärksten Befürworter des EU-Beitritts der Türkei.
Bereits am Vormittag kamen zehn Minister beider Staaten zusammen, um die letzten offenen Punkte in einer Reihe von Abkommen in den Bereichen Tourismus, Handel, Umweltschutz und Industrie zu klären.
Um die Mittagszeit wird der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zu einem Treffen mit seinem griechischen Amtskollegen Giorgos Papandreou und zu einer von der Presse beider Länder als "historisch" bezeichneten gemeinsamen Sitzung ihrer Ministerräte in Athen erwartet.
Die Treffen sollen am Freitagabend bei einer feierlichen Sitzung der Ministerräte institutionalisiert werden. Der Rat soll künftig regelmäßig tagen. Die Ministerpräsidenten wollen sich einmal im Jahr und ihre Außenminister zweimal jährlich treffen, hieß es aus Kreisen der beiden Außenministerien weiter.
Athen und Ankara wollen mit dieser spektakulären Intensivierung ihrer Kontakte Wege suchen, in der Zukunft abzurüsten und die zahlreichen Streitigkeiten um Hoheitsrechte in der Ägäis beizulegen. Das finanziell schwer angeschlagene Griechenland gibt seit mehr als 30 Jahren über vier Prozent seines Bruttoinlandsproduktes für Waffen aus. Die Türkei hat in Griechenland den stärksten Befürworter eines Beitrittes in die Europäische Union (EU) gefunden. Zudem wollen Athen und Ankara die Aussichten für eine Lösung der Zypernfrage erörtern.
dpa