Annäherung an Trump: Melonis Global Citizen Award löst Debatte aus

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurde am Montag auf eigenen Wunsch vom Milliardär und Trump-Unterstützer Elon Musk mit dem Global Citizen Award ausgezeichnet. Diese Entscheidung wird als mögliche Wiederannäherung an Trump interpretiert.

EURACTIV.it
75th NATO Summit in Washington, DC
Meloni (Bild) hatte bereits während ihrer Zeit in der Opposition ihre Bewunderung für Trump zum Ausdruck gebracht, als sie seine Politik lobte und versuchte, seinen „America First“-Ansatz in Italien zu wiederholen. [EPA-EFE/MICHAEL REYNOLDS]

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurde am Montag auf eigenen Wunsch vom Milliardär und Trump-Unterstützer Elon Musk mit dem Global Citizen Award ausgezeichnet. Diese Entscheidung wird als mögliche Wiederannäherung an Trump interpretiert.

Am Montagabend erhielt die italienische Ministerpräsidentin vom Atlantic Council in New York den Global Citizen Award. Eine Auszeichnung, mit der Führungspersönlichkeiten gewürdigt werden, die einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der transatlantischen Beziehungen geleistet haben.

Melonis Entscheidung, die Auszeichnung von Musk überreicht zu bekommen, hat jedoch in den Tagen vor der Veranstaltung viel Aufmerksamkeit erregt, insbesondere angesichts der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen. Musk hat kürzlich seine finanzielle und politische Unterstützung für Trump verstärkt.

Sowohl italienische Medien als auch die Financial Times haben angedeutet, dass dieser Schritt eine mögliche politische Annäherung an Trump signalisiere, denn Musk gilt als einer seiner mächtigsten Unterstützer, der im Falle einer Wiederwahl Trumps sogar den Vorsitz einer sogenannten „Effizienzkommission“ übernehmen könnte.

Berichten von Politico zufolge war Melonis Beteiligung an der Veranstaltung des Atlantic Council bereits Gegenstand interner Debatten innerhalb der Organisation. Ihre Entscheidung, Musk den Preis überreichen zu lassen, verschärfte die Spannungen weiter. Mitarbeiter brachten Anfang des Monats in einem Brief an Frederick Kempe, den Vorstandsvorsitzende des Atlantic Council, ihren Unmut zum Ausdruck.

Meloni hatte bereits während ihrer Zeit in der Opposition ihre Bewunderung für Trump zum Ausdruck gebracht, als sie seine Politik lobte und versuchte, seinen „America First“-Ansatz in Italien zu wiederholen. Im Jahr 2019 lud sie Steve Bannon, Trumps ehemaligen Chefstrategen, zum Fratelli d’Italia-Festival ihrer Partei ein. Musk selbst nahm 2022 an derselben Veranstaltung teil.

Seit sie Ministerpräsidentin ist, hat Meloni jedoch eine pro-europäische und atlantische Haltung eingenommen, sich als lautstarke Unterstützerin der Ukraine hervorgetan und auch eine enge Beziehung zu US-Präsident Joe Biden aufgebaut.

Laut der Financial Times glauben einige ihrer Verbündeten jedoch, dass sie Trumps wichtigste europäische Partnerin werden könne, wenn er ins Weiße Haus zurückkehrt. Das würde ihr Ansehen bei den europäischen Staats- und Regierungschefs, zu denen sie oft ein angespanntes Verhältnis hatte, stärken.

Meloni war darauf bedacht, keinen der Kandidaten bei den US-Wahlen offen zu unterstützen und sagte, sie werde mit dem Gewinner zusammenarbeiten. Ihr vertretender Ministerpräsident Matteo Salvini hingegen ist seit Jahren ein unerschütterlicher Unterstützer von Trump.

Laut Corriere della Sera bestehen Meloni nahestehende Quellen darauf, dass die Entscheidung, Musk einzubeziehen, bereits vor Monaten getroffen wurde, lange bevor seine Unterstützung für Trump öffentlich wurde.

In einem Gespräch mit Journalisten wies Außenminister Antonio Tajani ebenfalls die Idee zurück, dass Melonis Entscheidung politisch motiviert sei. Stattdessen bezeichnete er sie als strategische Entscheidung, die darauf abziele, die Geschäftsinteressen Italiens zu fördern, und nicht als Signal der Unterstützung für Trump.

[Bearbeitet von Kjeld Neubert]