Arzneimittelengpässe in Frankreich nehmen stark zu
Die Arzneimittelknappheit hat in den letzten fünf Jahren in Frankreich alarmierend zugenommen, sagte die Vorsitzende des Senatsuntersuchungsausschusses für Arzneimittelknappheit, Sonia de La Provôté, am Mittwoch.
Die Arzneimittelknappheit hat in den letzten fünf Jahren in Frankreich alarmierend zugenommen, sagte die Vorsitzende des Senatsuntersuchungsausschusses für Arzneimittelknappheit, Sonia de La Provôté, am Mittwoch.
Die Situation ist vor allem auf Probleme bei der Beschaffung von Molekülen für die Herstellung von Medikamenten zurückzuführen, die zum größten Teil (80-85 Prozent) aus China und Indien stammen.
„In Frankreich gab es 2018 zwischen 700 und 800 Arzneimittel mit Lieferengpässen, während es heute 2.500 bis 3.000 sind“, sagte de La Provôté am Mittwoch.
„COVID hat die Komplexität und Konzentration der Lieferketten aufgezeigt“, sagte Agnès Pannier-Runacher bei der Anhörung vor dem Senatsausschuss am Mittwoch. Die jetzige Ministerin für den ökologischen Wandel war während der COVID-19-Pandemie für die Industrie zuständig.
Um das Problem des Medikamentenmangels zu bekämpfen, schlägt Pannier-Runacher vor, den Zugang zu Behandlungen durch das öffentliche Gesundheitssystem zu garantieren, die Versorgung durch die Industrie zu sichern und Innovationen durch Regulierung zu fördern.
Aber „noch vor der Reindustrialisierung müssen wir die Qualifikationen von Technikern bis hin zu Ingenieuren und Managern wieder integrieren, damit wir in der chemischen Produktion wieder autark sind“, so de La Provôté.
Der Medikamentenmangel betrifft auch andere europäische Länder wie Italien, das in diesem Winter Lieferengpässe bei mehr als 3.000 Medikamenten meldete, von denen 554 komplett ausverkauft waren.
Der französische Fall ist jedoch besonders, da Frankreich bis 2008 der größte Arzneimittelproduzent in der EU war, jetzt aber nach der Schweiz, Deutschland und Italien an vierter Stelle liegt, wie aus den Zahlen des Elysée hervorgeht.
In den kommenden Wochen wird der Senatsausschuss für Arzneimittelknappheit den Gesundheitsminister François Braun anhören, um „seine Maßnahmen im Kampf gegen die Arzneimittelknappheit zu bewerten“, bevor er im Juli seinen Bericht vorlegt.