Belgrad: Krawalle bei Protesten gegen Mladic-Festnahme

Tausende serbische Nationalisten protestierten in Belgrad gegen die Festnahme des mutmaßlichen Kriegsverbrechers und Ex-Generals Ratko Mladic. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Mladic bestreitet derweil jegliche Verantwortung für das Massaker von Srebrenica.

Bei Demonstrationen gegen die Festnahme von Ratko Mladic war in Belgrad auf Plakaten zu lesen: „Heuchler und Verräter haben unseren Helden festgenommen.“ Foto: dpa
Bei Demonstrationen gegen die Festnahme von Ratko Mladic war in Belgrad auf Plakaten zu lesen: "Heuchler und Verräter haben unseren Helden festgenommen." Foto: dpa

Tausende serbische Nationalisten protestierten in Belgrad gegen die Festnahme des mutmaßlichen Kriegsverbrechers und Ex-Generals Ratko Mladic. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Mladic bestreitet derweil jegliche Verantwortung für das Massaker von Srebrenica.

Bei den Ausschreitungen in Belgard seien fünf Demonstranten und zwei Polizisten schwer verletzt worden, teilte das Notfallkrankenhaus der Stadt mit. Die Polizei sprach von zwölf Verletzten. 70 Menschen seien verhaftet worden. Den Angaben zufolge haben Demonstranten mit Steinen nach der Polizei geworfen. Schaufenster gingen zu Bruch.

"Wir sind hier um diesen Verrätern zu zeigen, wie echte Serben einen serbischen Helden verteidigen", sagte ein Teilnehmer. Auf Plakaten war zu lesen: "Heuchler und Verräter haben unseren Helden festgenommen."

Ratko Mladic war nach 16 Jahren auf der Flucht am Donnerstag festgenommen worden (EURACTIV.de vom 26. Mai 2011). Der frühere General der bosnischen Serben wurde vom Haager UN-Kriegsverbrechertribunal unter anderem wegen des Massakers in der bosnischen Stadt Srebrenica 1995 angeklagt. Seine Ergreifung galt als Voraussetzung für einen Beitritt Serbiens zur Europäischen Union. Für viele seiner Landsleute ist er bis heute ein Held.

"Hatte nichts mit Srebrenica zu tun"

Mladic selbst streitet unterdessen eine Beteiligung am Massaker von Srebrenica ab. Sein Sohn Darko Mladic erklärte am Sonntag gegebenüber Journalisten: "Er hat mir gesagt, dass er nichts mit Srebrenica zu tun hatte, dass er Frauen und Kinder gerettet hat und dass die von ihm erteilten Befehle dazu dienten, die Verwundeten, Frauen und Kinder zu evakuieren."

Nach der Ergreifung von Mladic‘ Weggefährten, dem Serbenführer Radovan Karadzic, war es 2008 in Serbien landesweit zu Krawallen gekommen. Zahlreiche Anhänger von Karadzic wurden festgenommen. Serbiens Präsident Boris Tadic erklärte nach der Festnahme von Mladic, er werde eine Wiederholung derartiger Vorkommnisse nicht erlauben. "Wer auch immer versucht, das Land zu destabilisieren, wird verfolgt und bestraft werden", so Tadic.

EURACTIV/rtr/BETA/dto

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Dokumente

EU-Kommission: Statement by President Barroso on the arrest of Ratko Mladic (26. Mai 2011)

EU-Parlament: Parlamentspräsident Buzek begrüßt Verhaftung von Ratko Mladic (26. Mai 2011)

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