Britische Exporte in die EU: Fleischindustrie warnt vor neuer Bürokratie
Neue Vorschriften der britischen Regierung, die im Dezember in Kraft treten sollen, könnten Tausende von Fleischproduzent:innen im Land am Export in die Europäische Union hindern, warnte die Industrie am Dienstag (25. Oktober).
Neue Vorschriften der britischen Regierung, die im Dezember in Kraft treten sollen, könnten Tausende von Fleischproduzent:innen im Land am Export in die Europäische Union hindern, warnte die Industrie am Dienstag (25. Oktober).
Britische Betriebe, die in die EU exportieren wollen, müssen bis zur von der Londoner Regierung für den 13. Dezember angesetzten Frist bestimmte Dokumente vorlegen. Dies sei praktisch jedoch nicht umsetzbar, erklärte die BMPA (British Meat Processors Association).
Die Anforderung bedeutet in der Praxis, dass Tierärzt:innen die Dokumente unterschrieben und Besuche in den Betrieben bestätigen werden müssen, im Gegensatz zum derzeitigen System, in dem Landwirt:innen selbst eine Erklärung abgeben können.
Der Verband schätzt, dass die Umsetzung der neuen Regeln, die von der EU nicht gefordert wurden, mehr als ein Jahr dauern wird. Dies sei zum Teil auf einen Mangel an Tierärzten zurückzuführen. Der Verband betonte, dass 72 Prozent aller britischen Fleischexporte in die EU gehen.
„Wenn die vom Defra [Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten] geplanten regulatorischen Änderungen zu diesem Zeitpunkt in Kraft treten, wird ein erheblicher Teil der britischen Fleischproduktion über Nacht für den Export in die EU nicht mehr konform sein“, so die Organisation in einem Brief an Defra-Minister Mark Spencer.
Darin wird weiter vor „verheerenden Auswirkungen“ auf Landwirt:innen, Auktionsmärkte und die Fleischverarbeitung, sowie einer unmittelbaren Auswirkung auf die britischen Viehpreise und einer Unterbrechung der Lieferkette gewarnt.
„Dies wiederum wird die Lebensmittelpreise für die Verbraucher:innen in die Höhe treiben, da die Industrie gezwungen ist, entgangene Exporteinnahmen und zusätzliche Kosten durch höhere Preise auszugleichen“, so der Verband.
Der Brief, in dem ein dringendes Treffen mit der Regierung gefordert wird, ist von einem Dutzend Branchenorganisationen unterzeichnet. Dazu gehören die britische Geflügelvereinigung (British Poultry Association), die britische Schweinevereinigung (British Pig Association), die nationale Schafvereinigung (National Sheep Association) und der nationale Bauernverband (National Farmers Union).
Das Ministerium erklärte, dass es die Bedenken der Industrie bezüglich des Verfahrens zum Nachweis regelmäßiger Tierarztbesuche berücksichtigt habe.
Ein Sprecher sagte, das Ministerium arbeite mit den Unternehmen und dem Royal College of Veterinary Surgeons zusammen, um die Belastung der Exporteure zu verringern.