Bulgariens Chefanwalt wirft Kreml hybriden Angriff vor
Der bulgarische Chefankläger Ivan Geshev hat die russischen Behörden beschuldigt, nach der Sprengung der Krim-Brücke einen hybriden Angriff auf die Europäische Union verübt zu haben.
Der bulgarische Chefanwalt Ivan Geshev hat die russischen Behörden beschuldigt, nach der Sprengung der Krim-Brücke einen hybriden Angriff auf die Europäische Union verübt zu haben.
„Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Sofia haben ergeben, dass Bulgarien nichts mit der Explosion der Krim-Brücke zu tun hat. Dies ist ein weiterer hybrider russischer Angriff auf die europäische Gemeinschaft“, kommentierte Geshev am Sonntag.
Die Brücke wurde am 8. Oktober in die Luft gesprengt, und einen Tag später gab der Leiter des russischen Untersuchungsausschusses, Alexander Bastrykin, bekannt, dass der Anschlag von ukrainischen Spezialdiensten mithilfe russischer Bürger:innen und einiger Ausländer:innen vorbereitet wurde.
Die russischen Ermittler gaben bekannt, dass die Explosion durch einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen verursacht wurde, der durch Bulgarien, und damit durch das Gebiet der EU, fuhr. Danach bewegte sich der Lkw auf der Route Bulgarien, Georgien, Armenien, Nordossetien und erreichte so die Region Krasnodar in Russland.
Eine Woche nach der Explosion griffen russische Hacker die Website des bulgarischen Präsidenten und mehrerer bulgarischer Ministerien an. Nach Angaben des Ministeriums für E-Governance war dies auf einen einzigen gezielten Cyberangriff zurückzuführen. Bulgarien reagierte schnell auf die russischen Anschuldigungen und die Spionageabwehr nahm eine Untersuchung auf.
Die Aussagen von Geshev bedeuten, dass die bulgarische Staatsanwaltschaft keine Daten hat, um ein Strafverfahren in diesem Fall zu eröffnen, und dass der Fall als abgeschlossen betrachtet werden kann.
Bereits im Oktober hatte der bulgarische Premierminister Galab Donev bestritten, dass das Balkanland irgendetwas mit der Vorbereitung der Explosion zu tun hatte, welche Russlands Möglichkeiten, Lieferungen auf die Krim und nach Cherson zu schicken, stark einschränkten.
Unterdessen erklärte die Europäische Kommission, dass den Aussagen der russischen Ermittlungsbehörden über die bulgarische Verbindung nicht zu trauen sei.