Bulgarisches Verkehrschaos: Transportindustrie sucht alternative Verkehrskorridore
Transportunternehmen aus der Türkei und Griechenland haben sich zusammengeschlossen, um einen alternativen Verkehrskorridor durch Bulgarien zu finden. Das Land wird von einem Verkehrschaos und organisierter Kriminalität geplagt.
Transportunternehmen aus der Türkei und Griechenland haben sich zusammengeschlossen, um einen alternativen Verkehrskorridor durch Bulgarien zu finden. Das Land wird von einem Verkehrschaos und organisierter Kriminalität geplagt.
Der bulgarisch-türkische Grenzübergang Kapitan Andreevo ist die am zweitstärksten frequentierte Landgrenze der Welt. Doch die Regierung in Sofia hat im Juli an den Grenzübergängen Kapitan Andreevo und Lesovo wieder Desinfektionsverfahren für Fahrzeuge eingeführt, die von den Fahrern zu bezahlen sind.
Es wird erwartet, dass die türkische Seite bald ähnliche Maßnahmen einführen wird. Dies könnte wahrscheinlich zu weiteren Überlastungen führen.
Die Kammer der bulgarischen Straßentransporteure (CBRH) teilte mit, dass das Thema auf der 44. Generalversammlung der Union der Straßentransportverbände in der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (BSEC-URTA) in Taschkent, Usbekistan, diskutiert wurde.
Dabei ging es nicht nur um die von der Türkei und Griechenland vorgebrachten Bedenken. Auch die „starken und scharfen“ Interventionen der BSEC-UTRA und der Internationalen Straßentransport-Union (IRU) machten deutlich, dass „alle möglichen Maßnahmen“ ergriffen werden sollten, um die Probleme in Bulgarien zu lösen, fügte die Kammer hinzu.
Die Union der Straßentransportverbände bezeichnete die neuen Maßnahmen als „unfair, zeitraubend, kostspielig und nutzlos“. Sie würden „den Logistikketten in der Schwarzmeerregion ernsthaft schaden.“
Bulgarien wurde von seinen eigenen Transportunternehmen beschuldigt, bei den Park- und Desinfektionsgebühren an seinen Grenzen mit zweierlei Maß zu messen.
Parkplatz in Mafia-Hand?
Nationale Medien haben in den letzten Monaten zudem Fragen über den Parkplatz an der Donaubrücke 2 an der bulgarisch-rumänischen Grenze aufgeworfen. Es gibt Gerüchte, dass er im Besitz einer Organisation mit historischen kriminellen Verbindungen ist. Das bulgarische Innenministerium hat jedoch bisher keine Maßnahmen ergriffen, um dieses Problem zu lösen.
„Die Scham der bulgarischen Organisationen, die an der Veranstaltung (in Taschkent) teilgenommen haben, geht zu Lasten des Staates“, betonten die Straßenverbände. Des Weiteren seinen die „Anschuldigungen“ der türkischen und griechischen Verbände gegen Bulgarien „gerechtfertigt.“
Am selben Tag traf der bulgarische Innenminister Atanas Ilkov mit dem türkischen Botschafter, Mehmet Sait Uyanak in Sofia zusammen. Ein Thema des Treffens war unter anderem die Renovierung des Kapitan-Andreevo-Übergangs.
Im Jahr 2024 wurde an diesem Übergang ein Rekordaufkommen an Personenkraftwagen verzeichnet. Täglich wird ein Aufkommen zwischen 5.000 und 9.000 pro Tag bei der Einreise in die Türkei und zwischen 3.500 und 5.500 bei der Einreise nach Bulgarien registriert.
[Bearbeitet von Nick Alipour]