Bundesregierung relativiert Bedeutung des Russland-China-Gasdeals

Die Bundesregierung sieht keine gravierenden Auswirkungen des russisch-chinesischen Gasdeals für Europa.

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Die Bundesregierung sieht keine gravierenden Auswirkungen des russisch-chinesischen Gasdeals für Europa.

Regierungsvertreter relativierten am Donnerstag russische Annahmen, die im Mai in China getroffene Vereinbarung könnte es Russland erlauben, künftig zwischen dem europäischen und dem chinesischen Markt zu wählen. Nach eigenen Berechnungen gehe man vielmehr davon aus, dass der geheimgehaltene Preis für Gaslieferungen ab 2018 so sei, dass „Europa für die Russen weiterhin attraktiv sein wird“, hieß es.

Die EU werde zudem weiter wachsen und einen hohen Gasverbrauch verzeichnen. „Wir werden weiterhin eine sehr enge gegenseitige Abhängigkeit haben“, wurde in deutschen Regierungskreisen betont. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Samstag nach China reisen. Dabei würden auch Energiefragen und die Lage in der Ukraine Thema werden, hieß es weiter.

Ab 2018 liefert der russische Konzern Gazprom(GAZP.MM: Kurs) bis zu 38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr in die Volksrepublik China. Das Gesamtvolumen des Geschäfts wird auf 400 Milliarden Dollar geschätzt. Da der Gaspreis nicht veröffentlicht wurde, war spekuliert worden, das wegen drohender westlicher Sanktionen unter Druck stehende Russland sei so sehr an einem Abschluss interessiert gewesen, dass China Gazprom einen niedrigen Preis aushandeln konnte.

Bislang erzielt Gazprom rund 80 Prozent seines Umsatzes in Europa. Gazprom-Chef Alexej Miller hatte nach dem Abschluss des Geschäfts im Mai gesagt, er rechne mit Auswirkungen auf den europäischen Markt. Russlands Präsident Wladimir Putin wiederum hatte angesichts der Spannungen mit der EU und den USA betont, das Geschäft mit China werde sein Land letztlich in die Lage versetzen, als Produzent zwischen Asien und Europa pendeln zu können.