Clinton: Trump-Team leitete Russlands Propagandakampagne

Die unterlegene US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton feuert gegen das Wahlkampfteam von Donald Trump. Ex-FBI-Chef Comey will seine Vorwürfe gegen den US-Präsidenten bekräftigen.

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Hillary Clinton beschuldigt Donald Trump des Betrugs im Wahlkampf. [<a href="https://www.shutterstock.com/de/g/joseph+sohm" target="_blank" rel="noopener">Foto: Joseph Sohm/Shutterstock</a>]

Die unterlegene US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton feuert gegen das Wahlkampfteam von Donald Trump. Ex-FBI-Chef Comey will seine Vorwürfe gegen den US-Präsidenten bekräftigen.

Sie glaube, das Team von Trump habe Russland bei seiner Propagandakampagne gegen sie angeleitet, sagte Clinton am Mittwoch bei einer Veranstaltung nahe Los Angeles. Die russische Regierung habe beabsichtigt, über soziale Medien Desinformationen gegen sie zu verbreiten, sagte Clinton.

Moskau habe aber nicht wissen können, wie es am wirksamsten vorgehen habe können, außer die russische Seite sei angeleitet worden. „Angeleitet von Amerikanern, die Umfragen und Daten besitzen“, sagte Clinton. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob sie damit Trump meine, sagte die demokratische Politikerin: „Ja, es fällt wirklich schwer, das nicht zu tun.“

Trump reagierte über den Kurznachrichtendienst Twitter empört: „Die betrügerische Hillary Clinton“ beschuldige nun jeden, außer sich selbst und weigere sich einzugestehen, dass sie eine schreckliche Kandidatin gewesen sei, schrieb Trump.

Es sind die bisher schwerwiegendsten direkten Beschuldigungen Clintons gegen ihren Rivalen. Auch US-Geheimdienste gehen davon aus, dass Russland versucht hat, die Präsidentenwahl im vergangenen Jahr zugunsten Trumps zu beeinflussen. Inwieweit es Verbindungen zwischen dem Trump-Lager und Russland gegeben hat, untersuchen derzeit zahlreiche Gremien, unter anderem Ausschüsse im US-Kongress und die Bundespolizei FBI.

Comey will Vorwürfe gegen Trump wohl bestärken

Unterdessen hat der kürzlich entlassene FBI-Direktor James Comey laut einem Medienbericht beschlossen, in der Russland-Affäre erhobene Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump zu bekräftigen.

Comey habe vor, Berichte zu bestätigen, wonach Trump ihn gedrängt haben soll, eine Untersuchung der mutmaßlichen Russland-Kontakte des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn fallenzulassen. Dies meldete der Sender CNN am Mittwoch unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Person. Nach Angaben des Geheimdienstausschuss des Senats soll Comey vor dem Gremium demnächst öffentlich aussagen. CNN zufolge könnte dies kommende Woche der Fall sein.

Trump hatte Comey Anfang Mai gefeuert. Kritiker warfen ihm daraufhin eine versuchte Einflussnahme auf die Russland-Ermittlungen vor. Flynn ist in der Affäre eine der Schlüsselfiguren. Mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob Russland im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 zugunsten Trumps mitgemischt hat und ob es Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gab. Trump und seine Berater haben solche Absprachen wiederholt dementiert, ebenso die russische Regierung.