Cybersicherheit: EU und Ukraine verstärken Zusammenarbeit
Die EU-Agentur für Cybersicherheit, ENISA, kündigte an, dass sie mit der Ukraine zusammenarbeiten wird, um die Cybersicherheit zu verbessern. Hierbei werde man sich auf den Austausch bewährter Verfahren, die Weitergabe von Informationen und den Kapazitätsaufbau konzentrieren.
Die EU-Agentur für Cybersicherheit, ENISA, kündigte an, dass sie mit der Ukraine zusammenarbeiten wird, um die Cybersicherheit zu verbessern. Hierbei werde man sich auf den Austausch bewährter Verfahren, die Weitergabe von Informationen und den Kapazitätsaufbau konzentrieren.
In ihrer Ankündigung vom Montag (13. November) teilte die Cyberagentur mit, dass sie eine Kooperationsvereinbarung mit der Ukraine getroffen habe. Die Vereinbarung konzentriert sich auf den Austausch in drei Bereichen: bewährte Verfahren, Informationsweitergabe und Kapazitätsaufbau.
Zu den unterzeichnenden Partnern gehören Juhan Lepassar, der Exekutivdirektor der ENISA, Oleksiy Danilov, Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, und Yurii Shchyhol, der Vorsitzende des Staatlichen Dienstes für Sonderkommunikation und Informationsschutz der Ukraine (SSSCIP).
„Durch unsere gemeinsamen Bemühungen wird das europäische Cybersicherheitssystem gestärkt, und die Ukraine wird sich an der Ausarbeitung strategischer Ansätze und der Entwicklung neuer Strategien im Bereich der Cybersicherheit und der Cyberabwehr auf internationaler Ebene beteiligen“, sagte Danilow.
Die Kooperationsvereinbarung spielt auch eine Schlüsselrolle im Rahmen des Cybersicherheitsdialogs zwischen der EU und der Ukraine.
Ein elementarer Bestandteil des Cybersicherheitsdialogs ist die Stärkung der Maßnahmen zur Cybersicherheit und der Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und der EU.
„Die EU-Länder werden vor allem vom ukrainischen Wissens- und Informationsaustausch lernen“, sagte Valentin Weber, Research Fellow am Zentrum für Geopolitik, Geoökonomie und Technologie der DGAP, gegenüber Euractiv.
„Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden“, so der Experte abschließend.
Fachwissen der Ukraine aus erster Hand
Angesichts des russischen Angriffskrieges umfasst die aktuelle Bedrohungslage in der Ukraine zahlreiche Cyberangriffe auf die kritische Informationsinfrastruktur des Landes.
„Die Ukraine ist der Staat der wahrscheinlich derzeit das umfassendste Wissen zu russischen Cyberoperationen und Gefahren hat“, so Weber weiter.
Die enge Zusammenarbeit mit der EU und internationalen Akteuren hat sich insofern als effektiv erwiesen, als die Ukraine in der Lage war, Kapazitäten im Cyberspace aufzubauen und sich gegen Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen zu verteidigen.
„Der weit verbreitete Einsatz von Cyberangriffen in Russlands Angriffskrieg wurde von unseren ukrainischen Partnern mit starker Gegenwehr begegnet. Das hat auch unsere eigene Alarmbereitschaft und unsere Vorbereitungen in der EU stark erhöht“, sagte Juhan Lepassaar, der Exekutivdirektor der ENISA.
EU-Standards
„Die Ukraine wiederum wird von der Hilfe zur Anpassung an europäische regulatorische Standards, wie z.B. NIS2 profitieren“, sagte Weber gegenüber Euractiv und bezog sich dabei auf die überarbeitete Richtlinie über Netze und Informationssysteme, die die Anforderungen an die Cybersicherheit für Unternehmen erweitert. Die EU-Mitgliedstaaten haben bis Oktober nächsten Jahres Zeit, die Richtlinie in ihr nationales Recht zu integrieren.
Am vergangenen Mittwoch empfahl die EU die Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit der Ukraine, unter anderem auf der Grundlage der Ergebnisse der „laufenden Reformbemühungen“. Damit dies geschehen kann, muss Kyjiw noch einige Bedingungen erfüllen, um sich an die EU-Standards anzupassen.
[Bearbeitet von Luca Bertuzzi/Nathalie Weatherald/Kjeld Neubert]