Dänemark: So wird der Supermarkteinkauf europäisch

Inmitten der transatlantischen Spannungen um Grönland erleichtert die dänische Salling-Gruppe, die zahlreiche Supermarktketten betreibt, den Verbrauchern den Kauf europäischer Produkte. Auch das Interesse der Dänen an USA-Reisen ist seit Trumps Amtsantritt im Januar um fast ein Drittel gesunken.

EURACTIV.com
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Die Sterne sind vorerst nur in den dänischen Geschäften des Konzerns zu finden. [Photo by Jakub Porzycki/NurPhoto via Getty Images]

Inmitten der transatlantischen Spannungen um Grönland erleichtert die dänische Salling-Gruppe, die zahlreiche Supermarktketten betreibt, den Verbrauchern den Kauf europäischer Produkte. Auch das Interesse der Dänen in die USA zu reisen, ist seit Trumps Amtsantritt im Januar um fast ein Drittel eingebrochen. 

Viele der Waren in Supermärkte wie Netto, Bilka und Føtex sollen auf dem Preisschild mit einem kleinen Stern gekennzeichnet werden, wenn das Unternehmen hinter dem Produkt europäisch ist. Anders Hagh, Geschäftsführer der Salling-Gruppe, kündigte die Initiative am Donnerstag an.

Seit Donald Trumps zweiter Amtseinführung als US-Präsident steht Dänemark im Zentrum erneuter transatlantischer Spannungen. Im Januar bekräftigte Trump seine Ansprüche auf das autonome Gebiet Dänemarks – Grönland – und schloss dabei eine Militäraktion nicht aus.

Starlink, ein Unternehmen des Tech-Moguls und engen Trump-Vertrauten Elon Musk, verhandelt derzeit mit Grönland über Telekommunikationsdienstleistungen.

Die Salling-Gruppe bestreitet, sich mit ihrer neuen Initiative an der Weltpolitik beteiligen zu wollen. „Unsere Aufgabe ist es, das zu liefern, was unsere Kunden wollen“, sagte Pressesprecher Jakob Krogsgaard Nielsen gegenüber Euractiv.

„Wir haben viele Kunden, die um Hilfe bei der Suche nach europäischen Waren bitten.“

Das Unternehmen ist auch in Deutschland und Polen tätig, plant jedoch keine Ausweitung der Initiative auf die beiden Märkte. Aber „es ist sicherlich nicht undenkbar“, sagte Krogsgaard Nielsen.

Weniger Interesse an USA-Reisen

Im ersten Monat der Präsidentschaft von Trump ist die Zahl der Reisen von Dänemark in die USA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent gesunken, berichtete die dänische Tageszeitung Politiken am Donnerstag.

„Die Unruhe und Unsicherheit, die durch Trumps Äußerungen in den letzten Wochen entstanden sind, haben dazu beigetragen, dass die Menschen derzeit zögern, in die USA zu reisen“, wurde ein dänischer Reisebürofachmann Søren Sattrup in Politiken zitiert.

Abgesehen von Dänemark haben sich solche Trends in der EU bislang kaum manifestiert. Aber neben Grönland, hat Trump noch ein anderes Gebiet ins Visier genommen – Kanada.

Nördlich der US-Grenze haben die Kanadier begonnen, US-Waren zu boykottieren, nachdem Trump wiederholt angedeutet hat, das Land zum 51. Bundesstaat der USA machen zu wollen – eine Idee, die bei den Kanadiern auf wenig öffentliche Unterstützung stößt.

[OM/VB]