Dänische Europaabgeordnete tritt nach Kritik aus Bankvorstand zurück

Die EU-Abgeordnete Stine Bosse von der dänischen Moderaten Partei (Renew Europe) kündigte am Mittwoch (31. Juli) ihren Rücktritt aus dem Vorstand der norwegischen Bank DNB an. Damit will sie einen möglichen Interessenkonflikt mit ihrer Rolle im EU-Parlament vermeiden.

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The Moderates election party gather for European elections night in Denmark
„Meine Loyalität gegenüber den dänischen Wählern, die mich gewählt haben, darf nicht infrage gestellt werden. Deshalb habe ich die DNB darüber informiert, dass ich mit dem heutigen Tag aus dem Vorstand der DNB ausscheiden möchte", schrieb Bosse (r.) am Mittwoch auf LinkedIn. [EPA-EFE/Ida Marie Odgaard]

Die EU-Abgeordnete Stine Bosse von der dänischen Moderaten Partei (Renew Europe) kündigte am Mittwoch (31. Juli) ihren Rücktritt aus dem Vorstand der norwegischen Bank DNB an. Damit will sie einen möglichen Interessenkonflikt mit ihrer Rolle im EU-Parlament vermeiden.

„Meine Loyalität gegenüber den dänischen Wählern, die mich gewählt haben, darf nicht infrage gestellt werden. Deshalb habe ich die DNB darüber informiert, dass ich mit dem heutigen Tag aus dem Vorstand der DNB ausscheiden möchte“, schrieb Bosse am Mittwoch auf LinkedIn.

Bosses Entscheidung folgt auf die harsche Kritik eines anderen dänischen Europaabgeordneten, Anders Vistisen von der Dänischen Volkspartei (Patrioten für Europa). Dieser hatte auf einen möglichen Interessenkonflikt Bosses hingewiesen.

Die liberale Abgeordnete saß im Vorstand der DNB, die aktiv und offiziell Lobbyarbeit bei der EU in Umweltfragen betreibt. Gleichzeitig war sie Mitglied im Ausschuss für Umwelt, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments.

„Ich denke, sie sollte [aus dem Vorstand der DNB] zurücktreten, wenn sie in Ausschüssen sitzt, die in direktem Kontakt mit den kommerziellen Interessen stehen, die sie in ihrer Vorstandsarbeit vertritt“, meinte Vistisen am Dienstag (30. Juli) gegenüber der dänischen Zeitung Ekstra Bladet.

In einem Interview mit TV2 erklärte Bosse, sie habe zunächst daran gedacht, bis April nächsten Jahres im Vorstand der DNB zu bleiben. Sie sei der Meinung gewesen, dass die sechs Monate, um die es gehe, „nicht mit dem Risiko [eines Interessenkonflikts] behaftet wären.“

Sie betonte, dass sie mit der Bank im Gespräch sei, weil sie „mit dieser Art von Kritik nicht leben wolle.“ Von außen betrachtet könne man sich in der Tat fragen, wie sie die beiden Rollen miteinander vereinbaren könne. Deshalb sei sie zurückgetreten.

„Niemand sollte infrage stellen können, ob mein Fokus dort ist, wo er sein sollte. Und das ist die politische Arbeit“, sagte Bosse.

Nach Angaben von Ekstra Bladet wurde Bosse für ihren Vorstandsposten bei der DNB mit einem monatlichen Gehalt von rund 35.000 Dänischen Kronen (4.690 Euro) entlohnt.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]