Der Beitritt Montenegros zur EU wird „weniger als 1 Euro pro Kopf“ kosten
Montenegro, ein kleines Land mit 620.000 Einwohnern, verhandelt seit 2010 über den Beitritt und wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2028 unter der rotierenden EU-Ratspräsidentschaft Italiens endlich beitreten.
Der Beitritt Montenegros zur EU – der für 2028 erwartet wird – wird die europäischen Bürger laut der Europäischen Kommission weniger als 1 Euro pro Kopf und Jahr kosten und neue wirtschaftliche Chancen eröffnen.
Die 27 Regierungen Europas gaben am Dienstag grünes Licht für die Ausarbeitung eines „Beitrittsvertrags“ mit Montenegro, woraufhin die Kommission die „voraussichtlichen finanziellen Auswirkungen“ der EU-Erweiterung um das Balkanland darlegte.
Die Schätzungen basieren auf dem aktuellen langfristigen Haushaltsvorschlag der Kommission, decken jedoch den Zeitraum von 2028 bis 2034 ab, in dem die EU nach einem neuen Ausgabenplan arbeiten wird, über den derzeit die nationalen Regierungen verhandeln.
„Die Aufnahme Montenegros in die Union würde etwa 3,2 Milliarden Euro kosten“, sagte ein Sprecher der Kommission und betonte angesichts der Forderungen Deutschlands und anderer Länder nach Kürzungen der künftigen EU-Ausgaben, dass die Kosten moderat seien. „Tatsächlich würde der Beitritt Montenegros weniger als einen Euro pro EU-Bürger und Jahr kosten“.
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Die Ausarbeitung eines Beitrittsvertrags für Montenegro ist ein wichtiger Schritt und dürfte dem Land den Beitritt zur EU innerhalb von zwei Jahren ermöglichen – die erste EU-Erweiterung seit dem Beitritt Kroatiens im Jahr 2013. Podgorica hat seine EU-Kampagne unter das Motto „28 by 28“ gestellt – ein Versprechen, bis 2028 das 28. Mitglied der EU zu werden.
Montenegro, ein kleines Land mit 620.000 Einwohnern, verhandelt seit 2010 über den Beitritt und wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2028 unter der rotierenden EU-Ratspräsidentschaft Italiens endlich beitreten. Auch Griechenland setzt sich für den Beitritt Montenegros ein.
„Ein weiterer konkreter Schritt“
„Das heutige Paket ist ein weiterer konkreter Schritt in Richtung Montenegros Zukunft in unserer Union“, erklärte Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, in einer Stellungnahme. „Wir bereiten Montenegro, die Mitgliedstaaten und unsere Institutionen darauf vor“.
Um in einer Zeit, in der die EU-Ausgaben unter intensiver Beobachtung stehen, das Preis-Leistungs-Verhältnis zu betonen, erklärte die Kommission, die Mittel würden „dazu beitragen, die wirtschaftliche Konvergenz zu beschleunigen, nachhaltiges Wachstum zu fördern und die Integration in den EU-Binnenmarkt zum Nutzen sowohl Montenegros als auch anderer Mitgliedstaaten weiter voranzutreiben“.
„Eine größere Union ist auch eine stärkere Union“, so die Kommission. „Der Beitritt Montenegros wird zur Stabilität, Vernetzung und Wettbewerbsfähigkeit Europas beitragen“.
(cs)