Deutschland eröffnet neues nationales Drohnenabwehrzentrum

„Wir gehen davon aus, dass diese Drohnen in vielen Fällen von feindlichen Mächten gesteuert werden“, sagte Innenminister Alexander Dobrindt

AFP
Alexander Dobrindt. [Foto: Christoph Soeder/picture alliance via Getty Images]

Nach einer Reihe von verdächtigen Drohnensichtungen in den letzten Monaten hat Deutschland am Mittwoch ein neues nationales Drohnenabwehrzentrum eröffnet, das eine bessere Koordination zwischen Bund und Ländern ermöglichen soll.

Bundeskanzler Friedrich Merz sagte, Russland stecke hinter vielen der Sichtungen an sensiblen Orten in Deutschland und anderen europäischen Ländern wie Flughäfen, Militärbasen und Kraftwerken.

Bei der Eröffnung des neuen Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums in Berlin sagte Innenminister Alexander Dobrindt, Deutschland befinde sich zwar nicht im Krieg, aber „wir sind fast täglich das Ziel hybrider Kriegstaktiken“. Er fügte hinzu, dass die Drohnensichtungen in den letzten Monaten zugenommen hätten.

„Wir gehen davon aus, dass diese Drohnen in vielen Fällen von feindlichen Mächten gesteuert werden“, sagte Dobrindt. Europäische Länder haben Russland wiederholt beschuldigt, „hybride“ Angriffe durchzuführen. Das sind  unkonventionelle Angriffe, die Sabotage, Desinformationskampagnen, den Einsatz von Drohnen und andere störende Taktiken beinhalten können.

Das neue Zentrum wird die Polizeien des Bundes und der 16 Länder zusammenbringen, um „einen Datenpool zu schaffen, der es uns ermöglicht, Vorhersagemodelle zu entwickeln, die die Strategien der Angreifer, einschließlich der ausländischen Mächte, bestimmen können“, so Dobrindt.

Anfang dieses Monats hat Deutschland auch eine neue Polizeieinheit ins Leben gerufen, die sich auf die Drohnenabwehr konzentriert und die letztendlich mehr als 130 Beamte beschäftigen soll.

Der deutsche Gesetzgeber hat in diesem Jahr die Befugnisse der Polizei erweitert, um Drohnen notfalls abzuschießen.

Ebenfalls am Mittwoch sprach Merz in einer Rede vor dem Parlament die Bedrohung durch Drohnen an. Er bezeichnete sie als Teil einer Kampagne Moskaus, „seinen Einflussbereich weit über die eigenen Grenzen hinaus nach Europa auszudehnen“.

„Jeden Tag überschreitet Russland mit hybriden Angriffen, Drohnenüberflügen, Tötungen, Sabotage, Spionage, Cyberattacken und gezielter Desinformation seine Grenzen“, sagte Merz.