"Die Luft ist raus" aus dem Wirtschaftsaufschwung
Einem führenden Berater des Verbands der Wirtschaftsprüfer (Association of Chartered Certified Accountants, ACCA) zufolge zeigt sich Europas zaghafter Wirtschaftsaufschwung "langsamer und schwächer" als ursprünglich angenommen. Früherer Optimismus soll demzufolge von unhaltbaren Regierungsunterstützungen befeuert worden sein, berichtet EURACTIV Deutschland.
Einem führenden Berater des Verbands der Wirtschaftsprüfer (Association of Chartered Certified Accountants, ACCA) zufolge zeigt sich Europas zaghafter Wirtschaftsaufschwung "langsamer und schwächer" als ursprünglich angenommen. Früherer Optimismus soll demzufolge von unhaltbaren Regierungsunterstützungen befeuert worden sein, berichtet EURACTIV Deutschland.
Emmanouil Schizas, KMU-Experte beim Verband der Wirtschaftsprüfer, sagte, die Geschäftswelt sei enttäuscht, dass der erwartete Aufschwung im Handel sich noch nicht gezeigt habe.
Eine neue Umfrage zu Internationalen Wirtschaftlichen Bedingungen, die der Verband durchgeführt hat, besagt, die Zuversicht sinke aufgrund schleppender Verbraucherzahlen.
„Der internationalen Wirtschaft ist die Puste ausgegangen. Anfang 2009 sagten alle in Europa 'das Schlimmste ist vorbei, die größten Volkswirtschaften sind aus der Rezession heraus und werden zum Wachstum zurückkehren’. Das ist nie passiert“, so Schizas.
Er fügte hinzu, Asien sei besonders niedergeschlagen in Folge von Ängsten, die großen Investitionen in den Wiederaufschwung könnten nicht den erhofften Effekt haben.
„Was sich gezeigt hat ist, je weiter wir in die Aufschwungsphase kommen, desto langsamer und schwächer wird diese.“
Schizas merkt an, dass die Unterstützung der Regierung für die Rekapitalisierung der Geschäfts- und Bankensektoren Zeit braucht, um Früchte zu tragen.
Die Umfrage zeigt auch Unterschiede in der Sichtweise von Wirtschaftsprüfern über Europa hinweg, wenn es zum Stand der Wirtschaft kommt: Industrien in Mittel- und Osteuropa wurden härter getroffen als die in Westeuropa und haben deshalb unterschiedliche Perspektiven des Aufschwungs.
„Wenn wir unsere Mitglieder in Großbritannien mit denen in der Ukraine vergleichen, hoffen die in Großbritannien noch darauf, dass alles wieder so wird, wie es war, wohingegen die in der Ukraine denken, es wird nie wieder so werden und man müsse sich auf die neue Wirtschaft vorbereiten, die entstehen wird.“
Der Aufschwung in Westeuropa werde sich vorwiegend auf Inlandsnachfrage stützen, die in Ländern wie Großbritannien vom Verbraucherkredit abhängig sei, so der Experte. Das Angebot an solchen Krediten möge sich nicht vor Ende 2011 erholen, wodurch der Aufschwung „sehr gefährdet“ werde.
Ein weiteres großes Hindernis für den Aufschwung werde die Staatsverschuldung sein, sagt Schizas: „Eines der großen Probleme in Westeuropa wird die Staatsverschuldung und die wird uns noch eine ganze Zeit lang begleiten.“