Ehemaliger IWF-Chef wird neuer Präsident Deutschlands

Horst Köhler, der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), ist zum neuen Präsidenten Deutschlands gewählt worden.

Horst Köhler, der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), ist zum neuen Präsidenten Deutschlands gewählt worden.

Horst Köhler wird die Nachfolge des derzeitigen Präsidenten, Johannes Rau, und seine fünfjährige Amtszeit am 1.Juli antreten. Die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan, die von der Regierung Schröders unterstützt worden war, unterlag damit dem Kandidaten der Opposition von CDU/CSU und FDP. Sie hatte gehofft, das erste weibliche Staatsoberhaupt Deutschlands zu werden.

Köhler hatte eine Reihe von finanzpolitischen Positionen in der deutschen Regierung inne, leitete die Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und verbrachte die letzten vier Jahre in Washington als Chef des Internationalen Währungsfonds. In seiner Dankesrede sprach er von der Notwendigkeit wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen in Deutschland. Er ermutigte die Deutschen, zuversichtlicher und experimentierfreudiger zu werden, und deutete an, dass er weitere Reformen bei den Sozialleistungen befürworten würde. „Wir müssen uns der Wirklichkeit stellen. Deutschland muss um seinen Platz in der Welt des 21. Jahrhunderts kämpfen“, erklärte er und drängte auf eine „grundlegende Erneuerung unseres Landes“.

Die Opposition deutete den Sieg als eine Bekräftigung ihrer Ambitionen, Kanzler Schröder in 2006 zu ersetzen.

Obgleich Köhler kaum politische Macht besitzen wird, verleiht ihm das Amt des Bundespräsidenten einen gewissen Einfluss auf nationale Themen, eine gewisse moralische Autorität und eine wichtige Rolle bei der Vertretung Deutschlands im Ausland.

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