Energieeffizienz: China setzt auf deutsche Technologien
Deutschland ist mit Abstand Chinas größter europäischer Handelspartner. Bundeswirtschaftsminister Gabriel sieht vor allem für deutsche Unternehmen im Bereich der Umwelt- und Energietechnologie auf dem chinesischen Markt große Chancen.
Deutschland ist mit Abstand Chinas größter europäischer Handelspartner. Bundeswirtschaftsminister Gabriel sieht vor allem für deutsche Unternehmen im Bereich der Umwelt- und Energietechnologie auf dem chinesischen Markt große Chancen.
China will einen großen Markt für Energiespar- und Energieeffizienz-Technologien schaffen. Dabei könnten deutsche Konzerne eine wichtige Rolle spielen. Das betonte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Dienstag bei der Eröffnung eines deutsch-chinesischen Forums zur Energieeffizienz in Peking.
Das Forum ist der Auftakt zu einer verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit im Bereich Energieeffizienz, die mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping im März 2014 bei dessen Deutschland-Besuch vereinbart wurde. Es soll deutschen und chinesischen Unternehmensvertretern neue Kooperationsmöglichkeiten bei der Energieeffizienz in Industrie und Gebäuden eröffnen.
Der Bundeswirtschaftsminister sieht vor allem für deutsche Unternehmen im Bereich der Umwelt- und Energietechnologie große Chancen. Denn China wisse, dass es mit seinem energieverbrauchenden Wachstumsmodell an Grenzen gestoßen sei, so Gabriel.
„Deutschland hat in diesem Bereich die weltweit führenden Technologien und auch führende Produkte sowie das modernste Konzept“, bestätigte auch der Vorsitzende der Reformkommission Xu Shaoshi. Nun sei die Kombination deutscher Innovationskraft und chinesischen Tempos bei der Umsetzung entsprechender Maßnahmen gefragt.
Bisherige Benachteiligungen deutscher Investoren müssten allerdings beendet werden, so Gabriel. Viele deutsche Mittelständler hätten am chinesischen Markt mit Hindernissen zu rechnen, kritisierte der Bundeswirtschaftsminister. Beim Schutz von Patenten und des Urheberrechts, bei öffentlichen Ausschreibungen und in der Rechts- und Planungssicherheit forderte er Verbesserungen.
Außerdem sollten deutsche Unternehmen auch selbstständig am chinesischen Markt tätig werden können. Bisher könnten sie nur in Gemeinschaftsunternehmen mit lokalen Partnern agieren. Hier sei eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“ sinnvoll, sagte Gabriel.
China ist heute Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in der Region und zweitwichtigste Exportdestination außerhalb Europas nach den USA. Deutschland ist mit Abstand Chinas größter europäischer Handelspartner. Das bilaterale Handelsvolumen belief sich 2013 auf ca. 140,4 Milliarden Euro. Im Jahr 2013 stiegen die deutschen Exporte um 0,4 Prozent auf 67,0 Milliarden Euro.
China führte im selben Jahr Waren im Wert von 73,4 Milliarden Euro nach Deutschland aus. Nach Schätzungen sind derzeit mehr als 2.500 deutsche Unternehmen in China tätig und haben mittlerweile fast 39 Milliarden Euro investiert.
Gabriel hält sich noch bis Donnerstag dieser Woche in China auf. Begleitet wird er von einer über 50-köpfigen Wirtschaftsdelegation bestehend aus Mittelständlern und Vertretern von Großunternehmen sowie dem Vorsitzenden des Asien-Pazifik Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Hubert Lienhard. Der Reformprozess in der Volksrepublik China sowie die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung des Landes bilden die Schwerpunkte der Reise.