Energieeffizienz-Ziele: Bundesregierung plant Steuerbonus für Gebäudesanierung
Deutschland hinkt bei der Energieeffizienz noch immer hinterher. Jetzt wollen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die energetische Gebäudesanierung attraktiver machen. Im Gespräch sind auch Steuererleichterungen für private Investoren.
Deutschland hinkt bei der Energieeffizienz noch immer hinterher. Jetzt wollen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die energetische Gebäudesanierung attraktiver machen. Im Gespräch sind auch Steuererleichterungen für private Investoren.
Die Bundesregierung will Haussanierungen stärker fördern, um die von der EU formulierten Energieeffizienz-Ziele für 2030 erreichen zu können. Am 3. Dezember soll das Kabinett den nächsten „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz“ verabschieden. Darin will das Bundeswirtschafts- und das Umweltministerium mehr direkte staatliche Investitions-Boni durch die Förderbank KfW sowie steuerliche Erleichterungen für private Investoren festschreiben, zitierte die Rheinische Post Koalitionskreise.
Damit könnte die Bundesregierung ein Gesetzesvorhaben aus dem Jahr 2012 auf die aktuelle Agenda bringen: Damals wollte die schwarz-gelbe Koalition private Investoren bei ihrer energetische Gebäudesanierung unterstützen. Die Pläne sahen vor, dass Investoren ihre Aufwendungen über zehn Jahre lang jedes Jahr um zehn Prozent steuerlich absetzen können. Das Gesetz wurde im Bundesrat gestoppt, weil die Länder zu hohe Einnahmenausfälle fürchteten.
Koalitionskreisen zufolge könnte eine Kompromissvariante eingeführt werden: Nach einem Bonusmodell könnte der jährliche Steuerbonus auf maximal 2250 Euro begrenzt werden.
Steuerliche Anreize für sanierungsfreudige Investoren fordern auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks und die Wohnungswirtschaft. „Das Handwerk erwartet von Bundesregierung und Ländern ein klares Bekenntnis zu mehr Energieeffizienz im Gebäudebestand“, sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer.
Der Präsident des Wohnungsunternehmer-Verbandes GdW, Axel Gedaschko, fordert „steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für energetische Sanierungsmaßnahmen“.
Auf dem EU-Gipfel im Oktober hatten sich die 28 Staats- und Regierungschefs darauf geeinigt, ihren Energieverbrauch bis 2030 um 27 Prozent zu reduzieren. Deutschland ist von diesem Ziel weit entfernt.
Rund zwei Prozent des Gebäudebestandes sollten jährlich energetisch saniert werden, doch die tatsächliche Sanierungsquote liegt laut den Untersuchungen der Deutschen Energieagentur (Dena) bisher bei nur 0,9 bis 1,3 Prozent. Dena-Chef Stephan Kohler fordert von der Bundesregierung, KfW-Förderprogramme aufzustocken und längerfristig auszurichten.
Deutschland reagiert mit der verstärkten Förderung von Haussanierungen wohl auch auf Druck aus Brüssel. Einem Forschungsbericht zufolge setzt Deutschland und etliche andere EU-Länder die Energieeffizenz-Richtlinie der EU nur halbherzig um.
„Unsere Analyse zeigt, wie uns unsystematisch die Länder vorgehen. Ihre Strategien werden den Absichten der Richtlinie nicht gerecht wird“, sagt Oliver Rapf, Exekutivdirektor vom Buildings Performance Institute Europe (BPIE). „Die Regierungen verpassen die Chance, die die Renovierung des Gebäudebestandes für die Herausforderungen der Energiesicherheit, für einen wirtschaftlichen Impuls und den Klimawandel bietet.“