EU beschleunigt Bahnprojekt zwischen Lissabon und Madrid

Das EU-geförderte Milliardenprojekt gilt als Schlüssel, um die Iberische Halbinsel enger an Frankreich und Deutschland anzubinden und den Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn zu fördern.

EURACTIV.com
[Photo By Carlos Castro/Europa Press via Getty Images]

Bahnreisen zwischen den Hauptstädten Spaniens und Portugals sollen nach Plänen der Europäischen Kommission bis zum Ende des Jahrzehnts nicht länger als fünf Stunden dauern – und bis 2034 sogar nur drei Stunden. Das geht aus einem am Donnerstag vorgestellten Konzept der EU-Kommission hervor.

Das Ziel ist Teil eines Planungsdokuments, das einen Zeitplan und zentrale Maßnahmen festlegt, um endlich eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Lissabon und Madrid zu schaffen. Die 600 Kilometer lange Strecke dauert derzeit fast neun Stunden oder mehr und erfordert mindestens zwei Umstiege.

„Solche Verbindungen machen das Zugreisen zu einer wirklich attraktiven und nachhaltigen Alternative für Städtereisen“, sagte EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikōstas in einer Mitteilung.

Die Strecke Lissabon–Madrid gilt als das „zentrale fehlende Glied“ des sogenannten Atlantikkorridors, mit dem die EU schnelle Bahnverbindungen zwischen der Iberischen Halbinsel und wichtigen Städten in Frankreich und Deutschland schaffen will.

Das Projekt, das bereits mit fast einer Milliarde Euro aus EU-Mitteln gefördert wurde, ist Teil der europäischen Strategie, Reisende vom Flugzeug auf die Schiene zu bringen.

Derzeit verbinden rund 40 Flüge pro Tag Lissabon und Madrid, erklärte François Bausch, der EU-Koordinator für den Atlantikkorridor. „Dieses Projekt geht nicht nur darum, Zeit zu sparen – es geht darum, Emissionen zu senken und nachhaltige Mobilität in Europa Realität werden zu lassen“, betonte Bausch.

Die Kommission will am kommenden Dienstag, dem 4. November, einen umfassenden europäischen Plan für ein integriertes Hochgeschwindigkeitsnetz sowie eine neue EU-Investitionsstrategie für nachhaltigen Verkehr vorlegen.

(rh, jl)