EU-Emissionsplan für Autohersteller: Tschechien fordert weitere Lockerungen

Die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat Planänderungen für Reportingzeiträume von Autoherstellern angekündigt. Die tschechische Regierung fordert eine weitere Lockerung: Der Meldezeitraum für Emissionsziele soll auf fünf Jahre verlängert werden. 

EURACTIV.cz
Train station in Przemysl
„Es ist nicht die Schuld der Autohersteller, dass sich das Verbraucherverhalten ändert und die Zahl der verkauften Elektrofahrzeuge im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen ist“, sagte Kupka. [[EPA-EFE/Darek Delmanowicz]]

Die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat Planänderungen für Reportingzeiträume von Autoherstellern angekündigt. Die tschechische Regierung fordert eine weitere Lockerung: Der Meldezeitraum für Emissionsziele soll auf fünf Jahre verlängert werden. 

Prag – Im Rahmen umfassenderer Bemühungen zur Lockerung der Vorschriften im Rahmen des europäischen Green Deal der EU wird die tschechische Regierung auf eine Verlängerung der Einhaltung von Emissionszielen im Automobilsektor drängen, teilte der tschechische Verkehrsminister Martin Kupka am Montag gegenüber der Tschechischen Nachrichtenagentur mit.

Zuvor hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ankündigt, die Strafen für Autohersteller, die die Emissionsziele nicht einhalten, anzupassen. Die Einhaltung der Vorschriften solle über einen Zeitraum von drei Jahren statt jährlich bewertet werden.

Der tschechischen Regierung geht dieses Vorgehen jedoch nicht weit genug.

„Es ist nicht die Schuld der Autohersteller, dass sich das Verbraucherverhalten ändert und die Zahl der verkauften Elektrofahrzeuge im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen ist“, sagte Verkehrsminister Kupka.

„Ich glaube, die Bedingungen müssen angepasst werden, damit die Autohersteller investieren können, ohne Strafen zahlen zu müssen, die sie gegenüber der Konkurrenz weiter benachteiligen würden.“

Der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala will weiter Druck auf Brüssel ausüben, um eine umfassendere Überarbeitung des Green Deal zu erreichen.

„Wir wollen eine vollständige Aufhebung des Verbots des Verkaufs von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor nach 2035, eine echte Senkung der Energiepreise und einen besseren Zugang zu Bankfinanzierungen für die Verteidigungsindustrie“, erklärte er auf X.

Im Herbst finden die Parlamentswahlen in Tschechien statt. EU-Vorschriften, einschließlich des Green Deals, dürften ein zentrales Thema im Wahlkampf werden.