EU-Führerschein dürfte bald Wirklichkeit werden

Plastikführerscheine in Kreditkartenform werden innerhalb der nächsten zehn Jahre eingeführt werden, sofern das Parlament der Empfehlung seines Verkehrsausschusses folgt. Frontschutzbügel an Fahrzeugen sollen stufenweise vom Markt genommen werden.   

Plastikführerscheine in Kreditkartenform werden innerhalb der
nächsten zehn Jahre eingeführt werden, sofern das Parlament der
Empfehlung seines Verkehrsausschusses folgt. Frontschutzbügel
an Fahrzeugen sollen stufenweise vom Markt genommen
werden.   

Am 18. Januar hat der Verkehrsausschuss des Europäischen
Parlaments den Bericht des Abgeordneten Mathieu Grosch zur
Einführung von EU-Führerscheinen in Kreditkartenform innerhalb der
nächsten zehn Jahre mit großer Mehrheit gebilligt. 

Der Vorschlag, sofern er ebenfalls die Zustimmung des Plenums
des Parlaments erhält, würde bewirken, dass die 110 verschiedenen
Führerscheinmodelle, die derzeit in den 25 EU-Mitgliedstaaten im
Umlauf sind, durch ein einziges Format ersetzt werden. 

Zu den potenziellen Vorteilen gehören weniger Führerscheinbetrug
und ein besserer Schutz der Rechte von Fahrern, die in der EU
unterwegs sind. Berufsfahrer sollen auch von dem neuen System
profitieren, da es verschiedene Hindernisse, denen sie
normalerweise bei ihrer Arbeit begegnen, beseitigen
würde. 

Der Text soll auch den so genannten Führerscheintourismus
unterbinden, d.h. Personen, die in einem Land Strafmaßnahmen in
Bezug auf ihren Führerschein unterliegen, soll es nicht mehr
möglich sein, sich der Bestrafung zu entziehen, indem sie in einem
anderen Land einfach einen neuen Führerschein erwerben.

Die Abgeordneten befürworteten ebenfalls einen Bericht der
Abgeordneten Ewa Hedkvist Petersen, der darauf abzielt, dass starre
Frontschutzbügel, die zum Schutz an einigen Fahrzeugen angebracht
sind, stufenweise abgeschafft werden, weil sie eine Gefahr für
Fußgänger und Radfahrer darstellen. 

Der Text, sofern er vom Plenum gebilligt wird, würde am 1.
Januar 2007 in Kraft treten. Die Maßnahmen würden in der EU der
Berichterstatterin zufolge hunderte von Menschenleben retten,
obgleich die Maßnahmen aufgrund der Befürworter von
Frontschutzbügeln im Parlament nicht ganz so streng ausgefallen
sind, wie ursprünglich vorgesehen. Der EU-Ministerrat hatte ein
völliges Verbot von Frontschutzbügeln gefordert.