EU hat Entwicklung von Arzneimitteln für seltene Krankheiten Schub gegeben [DE]

Die Anreize für die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamenten für seltene Krankheiten haben sich als Erfolg erwiesen. Innerhalb der letzten fünf Jahre sind 22 neue Medikamente auf den Markt gekommen. Patientenvereinigungen beklagen jedoch, dass sich ihre Mitglieder diese häufig nicht leisten können.

Die Anreize für die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamenten für seltene Krankheiten haben sich als Erfolg erwiesen. Innerhalb der letzten fünf Jahre sind 22 neue Medikamente auf den Markt gekommen. Patientenvereinigungen beklagen jedoch, dass sich ihre Mitglieder diese häufig nicht leisten können.

Zwischen April 2000 und April 2005 wurden mehr als 450 Anträge auf Ausweisung als Arzneimittel für seltene Leiden Arzneimittel für seltene Leiden gestellt, von denen bereits mehr als 260 als Arzneimittel für seltene Leiden ausgewiesen sind, allerdings noch klinisch getestet werden müssen und 22 bereits für den Markt zugelassen worden sind, heißt es in einem Kommissionsbericht über die ersten fünf Jahre seit Verabschiedung der Verordnung über Arzneimittel für seltene Leiden.  Laut der Kommission haben die Reaktionen auf die Gesetzgebung über Arzneimittel für seltene Leiden alle Erwartungen bei weitem übertroffen.  Die Verordnung gewährt den Pharma-Unternehmen für Arzneimittel für seltene Leiden ein zehnjähriges Marktexklusivitätsrecht sowie eine Senkung der an die EMEA zu entrichtenden Gebühren und Unterstützung bei Forschungs- und Entwicklungsarbeit.

Die Biotech-Unternehmen begrüßten, dass in dem Bericht die erreichten Fortschritte zur Kenntnis genommen werden.  Sie betonten allerdings auch, dass die rechtzeitige und gerechte Verfügbarkeit der zugelassenen Medikamente immer noch ein Problem darstelle und dass in vielen Mitgliedstaaten zusätzliche wirtschaftliche Anreize notwendig seien, da einige Mitgliedstaaten die Rückerstattung bei Medikamenten für seltene Leiden hinauszögerten, wodurch die Verfügbarkeit dieser Medikamente für Patienten begrenzt sei.

Eurodis, Dachorganisation der Patientenvereinigungen der Patienten mit seltenen Leiden in Europa, betonte, dass sich die Patienten die Medikamente häufig nicht leisten könnten, nachdem sie auf dem Markt zugelassen wurden.  Dies sei nicht nur ungerecht, da die Verfügbarkeit der Arzneimittel für seltene Leiden vom Herkunftsland des Patienten abhängig sei, sondern auch „absolut unethisch“.