EU-Island-Gespräche vom „Makrelenkrieg” bedroht
Islands Beschluss, als Reaktion auf die erhöhte Präsenz von Makrelen in seinen Gewässern seine Fangbeschränkung von Makrelen unilateral auf Niveaus, die viel höher als die üblichen sind, zu erweitern, wurde von der EU-Fischereikommissarin verurteilt.
Islands Beschluss, als Reaktion auf die erhöhte Präsenz von Makrelen in seinen Gewässern seine Fangbeschränkung von Makrelen unilateral auf Niveaus, die viel höher als die üblichen sind, zu erweitern, wurde von der EU-Fischereikommissarin verurteilt.
Island ist knapp bei Kasse und begann die Beitrittsgespräche im Juli, nachdem es der Kollaps seines Bankensystems davon überzeugt hatte, die finanzielle Sicherheit der EU-Mitgliedschaft zu ersuchen. Dieser Entscheidung stand die Mehrheit der Bevölkerung feindlich gegenüber.
Die Makrelenkonfrontation, welche die schottischen und irischen Fischer verärgert, die innerhalb der Quoten arbeiten müssen, laufe das Risiko, negative Auswirkungen auf die bevorstehenden Verhandlungen zwischen der EU und Island zu haben, schrieb die EU-Kommissarin für Fischerei, Maria Damanaki, an Štefan Füle, den Kommissar für EU-Erweiterung.
Es gebe keine Rechtfertigung für das ausartende Niveau der isländischen Fischerei, soll Damanaki letzten Monat geschrieben haben.
Der schottische Fischereiminister, Richard Lochhead, sagte, der Ruf der Makrele als einer der wenigen nachhaltig verzehrbaren Fische des Ozeans stehe nun auf dem Spiel.
Das Problem gehe über diplomatische Beziehungen oder regionale Konkurrenz hinaus, da die Zukunft und Nachhaltigkeit selbst der weltweiten Makrelenbestände auf dem Spiel stünden.
In seiner Reaktion erklärte der „Verband der Isländischen Fischenden Seefahrer“, Island habe das Recht, in seinen eigenen Gewässern zu fischen. Das Land habe seine Fangbeschränkung erst nach unsinnigem Verhalten seitens der EU bei Fischereiverhandlungen angehoben.
Der Zwischenfall erinnert an den „Kabeljaukrieg“ der 70er Jahre, als Militärschiffe und britische und isländische Schleppnetzboote über den Zugang zu dem damals reichlich vorhandenen Kabeljau zusammenstießen.
Klimawandel begünstigt Islands Flotte
Wärmere Temperaturen im Ozean haben die wandernde Makrele dazu bewegt, nördlicher denn je zuvor zu schwimmen. Dies beschafft eine wertvolle Einkommensquelle für die isländische Fischereiindustrie. Umweltschützer erwarten, dass solche Konflikte um Ressourcen auf Grund des Klimawandels zunehmend üblich werden würden.
Island erlaubt es seinen Fischern zur Zeit, 130.000 Tonnen des silbrigblauen Fisches zu fangen, im Vergleich zu einem traditionellen Fang, den die EU auf 2.000 Tonnen schätzt.
Die Fangquote der Färöer Inseln hat auf ähnliche Weise zugenommen, was dazu führte, dass schottische Fischer ein Färöer Boot blockierten, um es davon abzuhalten, seinen Fang im schottischen Hafen Peterhead abzuladen.
Die Auswirkung sei massiv: 90-95 Prozent der Einnahmen seiner Flotte stammten vom Makrelenfang, so Ian Gatt, der Vorstandsvorsitzende des „Schottischen Pelagischen (Ozeanischen) Fischerverbandes“.
Im Vorfeld der Verhandlungen über die zukünftigen Fischereiquoten, die Teil der Beitrittsverhandlungen mit Island sind, warnte die Kommission, dass der Fang diesen Jahres 20 bis 40 Prozent höher sein könne als das nachhaltige Niveau, und nannte die Situation „anarchisch“.
Lochhead vereinbarte am Montag eine enge Zusammenarbeit mit Damanaki, um Druck auf Island auszuüben, und behauptete, es stünden noch sämtliche Optionen zur Diskussion.
(EURACTIV mit Reuters, von EURACTIV übersetzt.)