EU-Kommission: 25 Prozent CO2-Reduzierung bis 2020

Eine Analyse der EU-Kommission hält eine Verschärfung des EU-Klimaschutzziels für sinnvoll. Das geht aus einem Entwurf hervor, den EURACTIV.de veröffentlicht.

EU-Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard hält es schon lange für angebracht, das Emissionsreduktionsziel der EU bis 2020 zu verschärfen. Die ‚low-carbon roadmap‘ stützt ihren Ansatz. Foto: EC.
EU-Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard hält es schon lange für angebracht, das Emissionsreduktionsziel der EU bis 2020 zu verschärfen. Die 'low-carbon roadmap' stützt ihren Ansatz. Foto: EC.

Eine Analyse der EU-Kommission hält eine Verschärfung des EU-Klimaschutzziels für sinnvoll. Das geht aus einem Entwurf hervor, den EURACTIV.de veröffentlicht.

Will die EU ihre Klimaziele bis 2050 kosteneffizient erreichen, müsste sie ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 Prozent senken. Das geht aus dem lang erwarteten "Fahrplan für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft im Jahr 2050" hervor, den die EU-Kommission in der kommenden Woche offiziell vorstellen wil.

Die 25-Prozent-Marke sei auch erreichbar, wenn die EU ihr Ziel zur Energieeffizienz tatsächlich einhält, heißt es bei der Kommission. Derzeit droht die EU die angepeilte Effizienzsteigerung von 20 Prozent bis 2020 zu verfehlen (EURACTIV.de vom 7. Februar 2011).

Verschärfung der EU-Ziele?

Damit könnte die Debatte um eine Verschärfung des EU-Emissionsziels wieder aufflammen. Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard macht sich seit langem für die 30-Prozent-Marke stark. Die Kosten hierfür würden nur geringführig höher liegen als beim derzeitigen 20-Prozent-Ziel, sagte  Hedegaard vergangenes Jahr im Umweltausschuss des EU-Parlaments (EURACTIV.de vom 27. April 2010). Wie EU-Analysen zeigen, sind die Kosten für das bisherige 20-Prozent-Ziel aufgrund der Wirtschaftskrise von 70 Milliarden Euro auf 48 Milliarden Euro gesunken.

Die beiden einflussreichsten deutschen Industrieverbände, BDI und DIHK, lehnen ein 30-Prozent-Ziel in der EU ohne ein entsprechendes international rechtsverbindliches Klimaabkommen bislang ab.

Hintergrund

Die EU verfolgt eine Reihe von Energie- und Klimaschutzzielen für den Zeitraum bis 2020: Senkung der Treibhausgasemissionen um 20 Prozent, Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien auf 20 Prozent und Verbesserung der Energieeffizienz um 20 Prozent.

Außerdem hat sich die EU darauf verpflichtet, das Emissionsreduktionsziel auf 30 Prozent zu erhöhen, wenn andere Länder vergleichbare Zusagen machen. Im Oktober 2009 billigte die EU-Chefs ein langfristiges Ziel zur Reduktion der Emissionen um 80-95 Prozent bis 2050 gegenüber 1990.

awr/EURACTIV

Mehr zum Thema auf Englisch und Französisch:

EU ‚low-carbon roadmap‘ aims for 25% cuts by 2020 (16. Februar 2011)

Link

EU-Kommission: A roadmap for moving to a low carbon economy in 2050. Entwurf (Februar 2011)