EU-Kommission: Neue Fluggesellschaft statt Air-Malta-Kopie
Maltas neue Billigfluggesellschaft wird sich von der früheren Air Malta unterscheiden, so die Europäische Kommission gegenüber The Shift. Die maltesische Regierung hatte zuvor versucht, die Gründung einer neuen Billigfluggesellschaft als nahtlosen Übergang darzustellen.
Maltas neue Billigfluggesellschaft wird sich von der früheren Air Malta unterscheiden, so die Europäische Kommission gegenüber The Shift. Die maltesische Regierung hatte zuvor versucht, die Gründung einer neuen Billigfluggesellschaft als nahtlosen Übergang darzustellen.
Maltas 50 Jahre alte nationale Fluggesellschaft – Air Malta – wird im kommenden März nach jahrelangem finanziellen Missmanagement vollständig geschlossen. Die Kommission weigert sich, mehr Geld in die Gesellschaft zu pumpen, da sie einen Verstoß gegen die EU-Beihilfevorschriften befürchtet.
Auf einer Pressekonferenz am Montag (2. Oktober), auf der die Schließung der gescheiterten Air Malta bekannt gegeben wurde, war die Regierung bemüht, dies nicht als Scheitern, sondern als „nahtlosen Übergang“ von Air Malta zu einem anderen Unternehmen darzustellen. Zusätzlich wurde davon gesprochen, dass hoffentlich derselbe Name, dasselbe Branding und dieselben Vermögenswerte beibehalten werden könnten.
Als Reaktion auf die Ankündigung der Regierung, die nach erfolglosen Verhandlungen mit Brüssel unter der Leitung von Finanzminister Clyde Caruana bekannt wurde, stellte die Kommission klar, dass es sich bei der bisher nicht benannten Fluggesellschaft nicht um eine neue Air Malta handeln wird.
„Die Kommission nimmt den Plan der maltesischen Behörden zur Kenntnis, ein neues Luftfahrtunternehmen zu gründen, das sich von der bestehenden Fluggesellschaft Air Malta unterscheidet. Wir haben keinen weiteren Kommentar zu dieser Angelegenheit“, sagte ein Sprecher der Kommission gegenüber The Shift, ohne auf Einzelheiten einzugehen.
Die Kommission bestätigte auch, dass sie wegen der gestrigen Ankündigung in konstruktivem Kontakt mit den maltesischen Behörden gestanden habe, verzichtete aber auf eine direkte Stellungnahme.
Wie The Shift im August 2022 berichtete, musste die Regierung ihre ursprünglichen Pläne aufgeben, 290 Millionen Euro in Air Malta zu investieren, um das Unternehmen vor dem Bankrott zu retten, da die EU dies aufgrund von Beihilfevorschriften ablehnte. Air Malta hatte bereits 2012 eine Umstrukturierungshilfe erhalten, um das Unternehmen vor dem Bankrott zu bewahren.
Zwischen 2012 und 2014 erreichte das Unternehmen seine Ziele, die an einen fünfjährigen Umstrukturierungsplan geknüpft waren. Kurz nachdem die Labour-Partei ihr zweites Mandat gewonnen hatte, verzeichnete das Unternehmen jedoch erneut massive Verluste.
Da sich die Lage immer weiter verschlechterte, wird das 1974 vom ehemaligen Labour-Premierminister Dom Mintoff gegründete Unternehmen im März 2024, zum 50-jährigen Bestehen, vollständig geschlossen.
Stattdessen wird die Regierung eine kleinere Fluggesellschaft mit weniger Flugzeugen und weniger bedienten Strecken gründen.
Die rund 390 derzeitigen Mitarbeiter werden entlassen, obwohl die Regierung ihnen eine Anstellung bei der neuen Fluggesellschaft versprochen hat.
Die Marke Air Malta wurde vor fünf Jahren in einer einmaligen Transaktion an ein neues staatliches Unternehmen verkauft, um der angeschlagenen Fluggesellschaft mehr Zeit zu verschaffen. Sie wird nun im Rahmen einer Ausschreibung vergeben werden müssen.
Insgesamt schätzt die Regierung, dass diese neue Fluggesellschaft die maltesische Öffentlichkeit zusätzlich zu den Hunderten von Millionen Euro, die bereits für den Flugbetrieb von Air Malta gezahlt wurden, 440 Millionen Euro kosten wird.
Im Jahr 2019, als Air Malta seinen letzten Jahresabschluss veröffentlichte, gab der damalige Tourismusminister Konrad Mizzi öffentlich bekannt, dass die von PWC erstellten Bilanzen einen Gewinn von 1,2 Millionen Euro ergeben hätten.
Minister Clyde Caruana erklärte jedoch, dass Air Malta in den letzten zwanzig Jahren Verluste erwirtschaftet habe.