EU-Kommissionsbericht: Mitgliedstaaten verfehlen digitale Ziele für 2030

Die EU verfehlt ihre digitalen Ziele für 2030, vor allem in den Bereichen Konnektivität und digitale Kompetenzen. Das geht aus dem zweiten Bericht der Europäischen Kommission zum Stand der 'Digitalen Dekade' hervor, der am Dienstag (2. Juli) veröffentlicht wurde.

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Eine weitere Herausforderung ist die begrenzte Verbreitung digitaler Technologien außerhalb der Großstädte. Um dieses Problem anzugehen, ist die Förderung der Zusammenarbeit zwischen europäischen Akteuren auf grenzüberschreitender und lokaler Ebene von grundlegender Bedeutung, heißt es in dem heutigen Bericht. [niroworld/Shutterstock]

Die EU verfehlt ihre digitalen Ziele für 2030, vor allem in den Bereichen Konnektivität und digitale Kompetenzen. Das geht aus dem zweiten Bericht der Europäischen Kommission zum Stand der ‚Digitalen Dekade‘ hervor, der am Dienstag (2. Juli) veröffentlicht wurde.

Mit dem 2023 in Kraft getretenen Programm der Digitalen Dekade wollte die EU-Kommission, die „menschenzentrierte“ Digitalisierung Europas bis 2030 zu verbessern. Dies sollte durch „messbare Ziele“ für die Konnektivität, die Übernahme von Technologien und die Höherqualifizierung von Arbeitskräften setzt.

Berichte werden jährlich veröffentlicht und bewerten die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Erreichung dieser messbaren Ziele. Als Reaktion auf die Ergebnisse des Berichts müssen die Mitgliedstaaten ihre nationalen Fahrpläne bis zum 2. Dezember überarbeiten, um sie an die Ziele des politischen Programms anzupassen.

Auf der Grundlage der Daten für 2023 haben nur 64 Prozent der Haushalte Zugang zu Glasfasernetzen, die für Gigabit-Konnektivität entscheidend sind. Damit sind sie weit von der vollständigen Abdeckung entfernt, die das Programm bis 2030 anstrebt.

Im Jahr 2023 lag die Nutzung von KI, Cloud und Big Data durch europäische Unternehmen deutlich unter dem Ziel des digitalen Jahrzehnts von 75 Prozent. Wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzen, werden bis 2030 nur 64 Prozent der Unternehmen die Cloud, 50 Prozent Big Data und nur 17 Prozent KI nutzen, warnte die Kommission.

Nur 55,6 Prozent der EU-Bevölkerung verfügen über digitale Grundkenntnisse, womit das Ziel von 80 Prozent bei den 16- bis 74-Jährigen nicht erreicht wird.

„Wir können den Wandel nicht schaffen, wenn wir nicht sicherstellen, dass die Menschen über die notwendigen Fähigkeiten verfügen“, betonte ein Kommissionsbeamter bei einem Pressegespräch am Dienstag.

Bis 2030 wird es in der EU voraussichtlich 12 Millionen Fachkräfte für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) geben, wobei ein anhaltendes Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern besteht. Das Ziel des digitalen Jahrzehnts sind 20 Millionen beschäftigte Fachkräfte.

Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Mit 93 Prozent der EU-Bevölkerung ist die Verfügbarkeit von elektronischen Ausweisen nahe an den angestrebten 100 Prozent.

Der Bericht betonte, wie wichtig es sei, Anreize für die Übernahme innovativer digitaler Werkzeuge durch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu schaffen, insbesondere in den Bereichen Cloud und KI. Dazu müssten weitere private Investitionen in wachstumsstarke Start-ups mobilisiert werden.

Eine weitere Herausforderung ist die begrenzte Verbreitung digitaler Technologien außerhalb von Großstädten. Um dieses Problem anzugehen, ist die Förderung der Zusammenarbeit zwischen europäischen Akteuren auf grenzüberschreitender und lokaler Ebene von grundlegender Bedeutung, heißt es in dem heutigen Bericht.

Die Kommission fordert einen „umfassenden Ansatz“, um die digitalen Kompetenzen auf allen Bildungsebenen zu verbessern und das Interesse an MINT-Fächern, vorwiegend bei Frauen, zu fördern.

[Bearbeitet von Eliza Gkritsi/Rajnish Singh/Nick Alipour]