EU: Qualität als Plus der europäischen Landwirtschaft [DE]

Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation zur der Frage eingeleitet, wie europäische Landwirte die Qualität ihrer Nahrungsmittel erhöhen können, um einen Mehrwert erzielen zu können, den nötig ist, damit sie mit der Produktion aus Schwellenländern mithalten können, in denen die Produktionskosten deutlich niedriger sind.

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Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation zur der Frage eingeleitet, wie europäische Landwirte die Qualität ihrer Nahrungsmittel erhöhen können, um einen Mehrwert erzielen zu können, den nötig ist, damit sie mit der Produktion aus Schwellenländern mithalten können, in denen die Produktionskosten deutlich niedriger sind.

Obgleich mit der aktuellen Gesetzgebung bereits versucht wird, die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Produkte durch die Gewährleistung eines hohen Sicherheitsstandards für europäische Nahrungsmittel zu erhöhen, hat die Kommission erklärt, dass mehr getan werden könne, um andere Qualitätsaspekte zu stärken. Ein am 15. Oktober angenommenes Grünbuch lädt deshalb interessierte Akteure und Verbraucher dazu ein, die Effektivität von EU-Qualitätsregelungen für landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie die Notwendigkeit für neue Maßnahmen zu bewerten.

Ein zunehmend härterer internationaler Wettbewerb und der Druck, das Produktionsvolumen in Zeiten hoher Rohstoffpreise zu erhöhen, „sollten nicht als Vorwand dienen, die Qualitätsnormen herabzusetzen“, warnt die EU-Kommission und fügt hinzu, dass es bei Qualität vor allem darum gehe, den Ansprüchen der Verbraucher gerecht zu werden. Die Bürger interessierten sich nicht nur für die nicht-verhandelbaren Anforderungen wie Hygiene oder Lebensmittelsicherheit, sondern würden auch auf Themen wie die Rolle der Landwirtschaft in Bezug auf Nachhaltigkeit, Klimawandel und Tierschutz achten, erklärt sie. 

In einer zunehmend wettbewerbsorientierten Welt, müssten die europäischen Landwirte ihre größte Stärke ausspielen – die Qualität, sagte Mariann Fischer Boel, EU-Kommissarin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Die Landwirte in der EU müssten nicht nur Produkte liefern, die den Qualitätsanforderungen Stand halten, sondern auch lernen, diese wirksamer zu kommunizieren, betonte sie.

Zusätzlich zu den Mindestanforderungen an Produkte, die Bereiche wie Sicherheit und Hygiene, Zusammensetzung der Erzeugnisse und Umweltschutz abdecken, kommt das Grünbuch auch auf spezifische EU-Qualitätsregelungen zu sprechen. Dabei führt es das umstrittene Thema der geographischen Angaben an, die den Namen von Lebensmitteln, Wein und Spirituosen schützen, der vom Ort ihrer Herstellung abhängt. Das Ziel der EU-Kommission ist, festzustellen, ob zusätzliche Kriterien für die Eintragung geographischer Angaben eingeführt werden müssen, da die Kritik geäußert wurde, dass das Instrument an Wert verliere, wenn es zu viele Produkte abdecke.

Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit und Pflanzenschutz rangieren unter den Prioritäten der französischen EU-Ratspräsidentschaft im Bereich Gesundheit. Bei diesen Themen kann der Mehrwert von EU-Maßnahmen nicht bestritten werden, da sie zu hohen Qualitätsstandards beitragen (EURACTIV vom 16. Juli 2008). EU-Kommissarin Fischer Boel zufolge ist Tschechien, das bald die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, sehr an einer Ausrichtung einer Konferenz zum Thema im März interessiert. Die Kommission beabsichtigt ihrerseits, eine Mitteilung im Mai zu veröffentlichen, die auf den Ideen, die die Konsultation hervorgebracht hat, basieren wird.

Gesetzesvorschläge zum Thema werden nicht vor Arbeitsbeginn der neuen Kommission in der zweiten Jahreshälfte 2009 erwartet.