EU soll grüne Landwirtschaft weltweit durchsetzen
Die EU müsste andere landwirtschaftliche Mächte in der Welt dazu verpflichten, ähnliche Umweltschutzbestimmungen anzunehmen, wenn sie nach Europa exportieren möchten, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Landwirtschaft, Paolo De Castro, in einem Interview mit EURACTIV.
Die EU müsste andere landwirtschaftliche Mächte in der Welt dazu verpflichten, ähnliche Umweltschutzbestimmungen anzunehmen, wenn sie nach Europa exportieren möchten, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Landwirtschaft, Paolo De Castro, in einem Interview mit EURACTIV.
Man dürfe nicht vergessen, dass Europa mehr Lebensmittel und Agrarprodukte als die USA, Kanada und Australien zusammen einführe und dass 85% der afrikanischen Agrarexporte nach Europa gingen, betonte De Castro.
Auch wenn Europa weiterhin ein offener Markt sein sollte, so müssten die Standards und Vorschriften für EU-Landwirte auch für diejenigen gelten, die nach Europa exportieren wollten, sagte der sozialdemokratische Europaabgeordnete. Ansonsten seien die EU-Landwirte unlauterem Wettbewerb aus dem Rest der Welt ausgesetzt.
Die Lebensmittelbehörde der USA (United States' Food and Drug Administration – FDA) erlaube den Import von Weinflaschen in die USA nur, wenn diese US-Vorschriften entsprächen. "Genau das müssen wir in Europa ebenfalls einführen", so De Castro.
In einer Rede vor der jährlichen französischen Agrarmesse Anfang März hatte der französische Präsident Nicolas Sarkozy gesagt, es sei nicht normal, dass europäische Landwirte strenge Vorschriften etwa bei Fragen der Verfolgbarkeit einhalten müssten, während Drittländer Agrarprodukte und Fleisch nach Europa exportieren könnten, ohne sich an derartige Vorschriften zu halten. EU-Vorschriften und Standards müssten auch für die Exporteure gelten, sagte er und bezeichnete eine derartige Gegenseitigkeit als "Gemeinschaftspräferenz".
Zum Tierschutz merkte De Castro zum Beispiel an, dass die Käfighaltung von Legehennen auf EU-Gebiet ab 2012 verboten sein wird. "Es ist wichtig, dass andere dieselben Standards einhalten, damit strengere EU-Herstellungsvorgaben nicht lediglich zu einer Umsiedlung der Produktion in Länder führt, in denen die Standards niedriger sind", sagte er.
Europa soll weltweiten Schub für nachhaltige Landwirtschaft auslösen
De Castro betonte außerdem die Bedeutung von gegenseitigen Standards und Vorschriften, mit deren Hilfe Europa anderen Ländern einen Schubs "in die richtige Richtung" geben könne.
Seine Bemerkungen kommen zu einer Zeit, da sich die EU auf eine tiefgreifende Überarbeitung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für den Zeitraum ab 2013 vorbereitet. Mit dieser Überarbeitung soll das anerkannte Potenzial der Landwirtschaft zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Förderung verschiedener anderer Umweltvorteile – etwa verbesserte Boden- und Wasserqualität – stärker genutzt werden (EURACTIV vom 26. Januar 2010 und EURACTIV vom 28. Januar 2010).
De Castro glaubt, dass künftige GAP-Zahlungen deutlich enger mit der Erfüllung derartiger ökologischer Produkte und Dienstleistungen verbunden sein werden. Er argumentierte zudem, dass die geplanten Zahlungen für "ökologische öffentliche Güter" unter die "Green Box" der WTO für nicht-handelsverzerrende Maßnahmen fallen würden.
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