EU spielt verminderte Lieferungen russischen Gases herunter [DE]
Infolge eines Zahlungsstreites hat Russland gestern (5. Januar 2009) eine Drosselung der Erdgaslieferungen nach Europa, die durch die Ukraine transportiert werden, angeordnet. Die EU-Vertreter, die kurzfristig zusammenkamen, spielten allerdings die Auswirkungen der Entscheidung auf Europa herunter.
Infolge eines Zahlungsstreites hat Russland gestern (5. Januar 2009) eine Drosselung der Erdgaslieferungen nach Europa, die durch die Ukraine transportiert werden, angeordnet. Die EU-Vertreter, die kurzfristig zusammenkamen, spielten allerdings die Auswirkungen der Entscheidung auf Europa herunter.
Der russische Premierminister Wladimir Putin habe den Vorstandsvorsitzenden der Gazprom Alexei Miller aufgefordert, den Lieferumfang um 65,3 Millionen Kubikmeter zu verringern, um die Menge an Gas, die die Ukraine Russland zufolge von Lieferungen, die für Europa bestimmt waren, illegal abgezweigt haben soll, auszugleichen, so das Wall Street Journal. Es sollten weitere Einschnitte erwarten werden, wenn weitere Einzelheiten bezüglich der Menge, die gestohlen worden sei, bekannt würden, warnte er.
Die Ukraine, die seit dem 1. Januar 2009 kein Gas von Russland mehr erhalten hat, streitet ab, Gas aus den Pipelines, die durch das Land verlaufen, abgezweigt zu haben, und wirft Russland vor, nicht genügend Gas zu liefern.
In seinem jüngsten Schritt habe Russland die Lieferungen an Europa auf ein Drittel des normalen Umfangs verringert, erklärte der staatliche Energiekonzern der Ukraine heute und warnte, die Auswirkungen auf die Lieferungen nach Europa würden innerhalb weniger Stunden sichtbar werden.
Bisher hat die EU mehrfach erklärt, dass für die europäischen Verbraucher keine unmittelbaren Probleme mit dem russischen Gasfluss auftreten würden. Dennoch haben neun europäische Länder von Versorgungsstörungen berichtet. Zu einer Gruppe von sechs Ländern, die als erste von den Unterbrechungen berichteten, sind nun auch die Slowakei, Kroatien und Griechenland gestoßen (EURACTIV vom 5. Januar 2009).
Gestern trafen sich die Vertreter der EU-Mitgliedstaaten unter der Führung Tschechiens im Rahmen seiner EU-Ratspräsidentschaft, um eine gemeinsame Antwort auf die Situation auszuarbeiten. Gleichzeitig fand sich der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Gazprom Alexander Medwedew in Paris zu Gesprächen ein.
Ein Sprecher der Tschechen betonte, die Gasversorgung der EU-Verbraucher sei nicht in Gefahr. Er fügte hinzu, dass die Mitgliedstaaten bisher alle Lieferengpässe mit ihren Gasvorräten und mittels anderer Versorgungskanäle hätten ausgleichen können.
Der Vertreter der Tschechen forderte Moskau und Kiew dennoch auf, ihren Konflikt so schnell wie möglich beizulegen.
Von Seiten der Gazprom wurde erklärt, man werde mehr Gas mittels alternativer Routen durch Weißrussland und die Türkei liefern, um sicherzustellen, dass die Versorgung Europas nicht betroffen sei.