EU strebt Senkung der Flughafenentgelte an [DE]
Die Kommission hat ein "Flughafenpaket" vorgelegt, das dazu beitragen soll, den jahrelangen Konflikt zwischen den Fluggesellschaften und den Flughäfen über die Kosten und die Qualität des Flughafenservices zu beenden.
Die Kommission hat ein „Flughafenpaket“ vorgelegt, das dazu beitragen soll, den jahrelangen Konflikt zwischen den Fluggesellschaften und den Flughäfen über die Kosten und die Qualität des Flughafenservices zu beenden.
Barrot musste bei der Ausarbeitung des Pakets viele seiner ursprünglichen Ideen aufgeben, um die Unterstützung der Fluggesellschaften und der Flughafenbetreiber zu gewinnen.
Der Verkehrskommissar zog Pläne zurück, nach denen die Flughafengebühren begrenzt werden sollten. Die Fluggesellschaften beschweren sich immer wieder darüber, dass insbesondere auf großen, viel frequentierten Flughäfen wie Charles de Gaulle in Paris oder Heathrow in London die Gebühren maßlos gestiegen seien, wodurch es letztlich auch zu einer Erhöhung der Ticketpreise gekommen sei. Die Flughafenbetreiber hingegen sagen, die Gebühren bildeten eine notwendige Einkommensquelle, um Verbesserungen an der Infrastruktur der Flughäfen vornehmen zu können, die Sicherheit zu verbessern und das steigende Verkehrsaufkommen durch höhere Passagierzahlen und den zunehmenden Flugverkehr bewältigen zu können.
Der Richtlinienvorschlag sieht vor, dass die Flughafenbetreiber ihre Gebühren transparent machen und alle Fluggesellschaften gleich behandeln. Bisher hatten die Flughäfen häufig den Billigfluglinien wegen der großen Anzahl der von solchen Linien transportierten Passagiere Nachlass gewährt. Nach den neuen Regeln hingegen sollen die Preise nur dann variieren, wenn sich auch die angebotenen Dienstleistungen unterscheiden.
Zudem sollen die Mitgliedstaaten unabhängige nationale Behörden damit beauftragen, Streitfragen in Fällen zu entscheiden, bei denen sich die Fluggesellschaften und die Flughafenbetreiber nicht auf die Gebühren einigen können.
Barrot stellte im Rahmen des „Flughafenpakets“ auch einen Fünf-Punkte-Plan vor, der dazu beitragen soll, das wachsende Verkehrsaufkommen an europäischen Flughäfen besser zu bewältigen. Das Problem werde immer dringlicher, sagte Barrot, und wies auf die für die nächsten 20 Jahre erwartete Verdoppelung des Verkehrsaufkommens in der Luft hin.
Die beste Lösung stellt für den Verkehrskommissar eine Optimierung der bestehenden Kapazitäten dar, indem die Verteilung der Start- und Landeslots verbessert und die Flugpläne effizienter gestaltet würden. Barrot schlug zudem vor, Reisende von überfüllten Flughäfen zu kleineren Regionalflughäfen oder zu Flughäfen in andere Länder mittels anderer Verkehrsmittel zu befördern.
Auch die Pläne, die Bodenabfertigung einem stärkeren Wettbewerb auszusetzen, wurden vor dem Hintergrund der großen Proteste, die ein ähnlicher Vorschlag im letzten Jahr in Bezug auf Häfen hervorgerufen hatte, verschoben. Im Vorfeld der Veröffentlichung des „Flughafenpakets“ hatte der Kommissar mitgeteilt, die EU wolle ähnliche Demonstrationen und Streiks nicht noch einmal erleben. Zudem sei die Bodenabfertigung im Zuge einer ersten Liberalisierungsrunde bereits konkurrenzfähiger geworden, so Barrot.