EU-Strommarktreform: Tschechien will ebenfalls Atomkraft stärken

Versorgungssicherheit und die Vereinfachung von Investitionen für die Transformation der Energiewirtschaft sollten im Mittelpunkt der EU-Strommarktreform stehen, so das tschechische Industrie- und Handelsministerium.

EURACTIV.cz
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Hand,Holding,Light,Bulb,In,Front,Of,Global,Show,The [Shutterstock/PopTika]

Versorgungssicherheit und die Vereinfachung von Investitionen für die Transformation der Energiewirtschaft sollten im Mittelpunkt der EU-Strommarktreform stehen, so das tschechische Industrie- und Handelsministerium.

Die Reform des EU-Strommarktes gehört zu den wichtigsten Vorschlägen der Kommission, um den in die Höhe geschnellten Energiepreisen entgegenzuwirken. Die Mitgliedsstaaten sollten ihre Vorschläge und Ansichten bis zum 13. Februar einreichen, am 14. März will die EU-Kommission Ergebnisse präsentieren.

Nach Ansicht Tschechiens sollte die Reform einen stabilen Rechtsrahmen schaffen, um Investoren besser für den Energiesektor zu gewinnen und Haushalte und Industrie vor einem volatilen Markt zu schützen. Damit spricht sich Tschechien gegen die griechischen und spanischen Vorschläge zur Reform aus.

Das Land fordert außerdem eine Stärkung der Versorgungssicherheit und der Notfallbereitschaft des Energiesystems.

„Es ist wichtig, dass wir die Marktüberprüfung nicht nur durch die Linse des vergangenen Jahres betrachten, sondern das gesamte System ganzheitlich betrachten, die Entwicklungen der Energiewende widerspiegeln und die Herausforderungen in der Welt beobachten und darauf reagieren, damit der neue Markt darauf reagiert“, sagte der Sprecher des Industrie- und Handelsministeriums, David Hluštík, gegenüber der Tschechischen Nachrichtenagentur.

Unterdessen drängt Tschechien auch auf die Einhaltung des sogenannten „Prinzips der Technologieneutralität“, insbesondere beim Bau neuer Kraftwerke, wie EURACTIV.cz erfuhr. Damit soll sichergestellt werden, dass der öffentliche Haushalt für den Bau neuer Blöcke von Kernkraftwerken verwendet werden kann. Polen hat sich bereits ähnlich positioniert.

Aufgrund der hohen Abhängigkeit Tschechiens von russischen fossilen Brennstoffen und den instabilen Stromversorgern des Landes hatten die Tschechen in den vergangenen Monaten mit den höchsten Energiepreisen im Vergleich zu anderen EU-Ländern zu kämpfen.

Derzeit produziert Tschechien den größten Teil des Stroms aus fossilen Brennstoffen und Kernkraftwerken, während der Anteil der erneuerbaren Energien im Jahr 2022 nur 3,7 Prozent betrug.

Als Reaktion auf die hohen Energiepreise und die Notwendigkeit, die Abhängigkeit von russischen Brennstoffen zu verringern, hat das Land die Vorschriften für die Installation von Erneuerbaren erheblich vereinfacht.