EU verschiebt Regelung zur Luftsicherheit [DE]

Die EU hat ihre Pläne verschoben, ein Höchstmaß für Gepäckstücke in Flugzeugen einzuführen. Grund ist die Sorge, dies könne ein ähnliches Chaos an europäischen Flughäfen verursachen, wie das Verbot von Flüssigkeiten.

Die EU hat ihre Pläne verschoben, ein Höchstmaß für Gepäckstücke in Flugzeugen einzuführen. Grund ist die Sorge, dies könne ein ähnliches Chaos an europäischen Flughäfen verursachen, wie das Verbot von Flüssigkeiten.

Die Kommission hat am 20. April 2007 angekündigt, dass sie die Einführung eines Höchstmaßes für Handgepäckstücke von 56 cm x 45 cm x 25 cm verschieben will.

Die Maßnahme, die am 06. Mai 2007 eingeführt werden sollte, war eine von vielen Regelungen, die im letzten Sommer zur besseren Sicherheit im Flugverkehr angenommen wurde. Im Vorfeld waren Pläne von Terroristen, explosive Flüssigkeiten an Bord eines Flugzeuges zubringen, das vom Londoner Flughafen Heathrow in die USA fliegen sollte, bekannt geworden (EURACTIV 28. September 2006).

Andere Maßnahmen, die damals angenommen wurden, betrafen die Menge an Flüssigkeiten, die Passagiere an Bord mitführen dürfen.

Das Begrenzung trat im November 2007 in Kraft und sorgte für Verwirrung an den europäischen Flughäfen. Jede Woche wurden an den Flughäfen von Frankfurt und Amsterdam mehr als 20 Tonnen zollfreier Produkte sowie 1600 Liter Alkohol und Parfüm beschlagnahmt (EURACTIV 13. Februar 2007).

Europäische Flughäfen, die mehrmals gegen die finanziellen Belastungen der neuen Sicherheitsmaßnahmen protestiert haben, begrüßen die Entscheidung der Kommission, die Regelung zu verschieben. Airports Council International (ACI) Europe sagte, dass in Folge der Umsetzung der Flüssigkeitsregeln sich die Geschwindigkeit an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen um 25% vermindert hätte. Deshlab habe man bereits befürchtet, dass die jüngste Regelung den Passagieren weitere Unbequemlichkeiten beschert hätte, ohne eine technisch nachweisbare Rechtfertigung der Sicherheitsbedenken zu vorzuweisen.

Verkehrskommissar Jacques Barrot erklärte, dass die Entscheidung die Bereitschaft der Kommission signalisiere, Interessenvertretern zuzuhören. Er sagte weiter, dass er ein Expertengremium beauftragt habe, in den nächsten zwölf Monaten die Sicherheitsgewinne aus einer Begrenzung der Gepäckstückgröße zu bewerten.