EU verteidigt Emissionshandelprogramm mit Daten von 2008 [DE]

Fabriken die von EU-Emissionsrechtehandel (EU ETS) betroffen sind, haben im letzten Jahr einen Emissionsrückgang von 3,06 Prozent erfahren, was die Europäische Kommission als Beleg dafür sieht, dass das System trotz der andauernden Rezession funktioniert.  

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Fabriken die von EU-Emissionsrechtehandel (EU ETS) betroffen sind, haben im letzten Jahr einen Emissionsrückgang von 3,06 Prozent erfahren, was die Europäische Kommission als Beleg dafür sieht, dass das System trotz der andauernden Rezession funktioniert.

 

Die Emissionen kamen auf eine Summe von 2.118 Milliarden Tonnen CO2, wobei Deutschland, Großbritannien und Italien nach Daten die am Freitag (15. Mai 2009) veröffentlicht wurden, die Liste der umweltverschmutzendsten Länder anführten.

Dies waren auch die Länder, die mit den größten Knappheiten an Emissionszertifikaten zu kämpfen hatten, was Industrien dazu veranlasste, mehr Verschmutzungsrechte einzukaufen (EURACTIV vom 6. Mai 2009). 

Letztes Jahr war Start der zweiten Phase der EU-Emissionszertifikate, bei denen die Anzahl der Zertifikate um 6,5 Prozent gekürzt wurde. Die Kommission gab bekannt, dass das ETS-System, in Anbetracht der neuen Daten, nun endgültig zur Reduzierung der Treibhausgase beitrage. 

Eine erfolgreiche zweite Handelsphase der ETS ist entscheidend für die im Dezember stattfindenden Klimagespräche, die versuchen ein Nachfolgeabkommen für Kyoto zu schaffen. 

Die Reduzierung von drei Prozent waren teilweise Maßnahmen, um Emissionen als Antwort auf die hohen CO2-Preise vor der Wirtschaftskrise zu senken. Es bestätige, dass die EU ein gut funktionierendes Handelssystem besitze sowie eine robuste Obergrenze, klare Preissignale und einen Markt dem Geldmittel zur Verfügung stehen, die helfen würden die Emissionen kostengünstig zu senken, sagte der EU-Kommissar für Umwelt Stavros Dimas. 

Da ungefähr die Hälfte aller 27 Staaten der EU im letzten Jahr Emissionszertifikate kaufen musste, sagte die Kommission, dass die Reduktionen teilweise das Ergebnis der Investition in reduzierende Maßnahmen sei. Trotzdem hat die Rezession einen großen Einfluss auf den Markt der Emissionszertifikate, was aufgrund von sinkenden Käufen zu weniger Emissionen geführt hat. 

Der Abschwung führte im frühen Jahr 2009 zu einem Fall des ansonsten robusten C02-Preises, während Unternehmen ihre überschüssigen Zertifikate verkauften, um mehr Kapital zu bekommen (EURACTIV vom 9. Februar 2009). Aber sie haben sich seitdem erholt, im Anbetracht von optimistischeren wirtschaftlichen Aussichten (EURACTIV vom 15. Mai 2009). 

Barbara Helfferich, die Pressesprecherin der Europäischen Kommission in Umweltfragen sagte, dass es nicht möglich sei, exakt festzustellen welcher Teil des Rückgangs um drei Prozent auf die Emissionszertifikate zurückzuführen sei. 

Trotzdem spielte sie den Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Daten von 2008 herunter. Diese Zahlen seien vor dem Beginn der Wirtschaftskrise gesammelt worden, als die Preise noch relativ hoch gewesen seien, so Helfferich gegenüber Journalisten am Freitag. 

Anzahl der Ausgleichszertifikate klein

Die Emissionsdaten zeigen auch, dass die Unternehmen kaum davon Gebrauch machten, ihre Emissionen an andere Länder über den internationalen Mechanismus des Kyoto-Protokolls abzutreten. In der Tat wurden Zertifikate vom Clean Development Mechanism (CDM) und des Joint Implementation (JI) oft als Alternative genommen um Emissionen im Inland zu reduzieren

Die Zahlen decken jedoch auf, dass die EU-Betriebe sich dazu entschlossen haben, für die Zeit von 2008 bis 2012 etwa sechs Prozent der 1,4 Milliarden Zertifikate für den internationalen Ausgleich zu benutzen. 41 Prozent der CDM-Zertifikate wurden durch Projekte in China erzeugt, während Indien etwa ein Drittel beisteuerte. 

Freie Zertifikate dominieren

Insgesamt bekamen europäische Energie- und Umweltbetriebe letztes Jahr 92 Prozent ihrer Zertifikate umsonst. Internationale Ausgleiche machten nur 3,9 Prozent aus. 4,1 Prozent der Ausgleiche wurden entweder auf Auktionen gekauft oder von den Zertifikaten von 2009 genommen. 

Die Kommission dankte der Industrie der EU für den hohen Grad an Übereinstimmung. Sie gab bekannt, dass weniger als ein Prozent der mehrheitlich kleinen Unternehmen, die an dem Emissionshandel teilnahmen, es nicht geschafft hätten ihre Emissionen mit der erforderlichen Summe an Zertifikaten abzudecken. 

Die EU hat ihre politische Macht hinter das Ziel gestellt bis 2015 einen OECD-weiten CO2-Markt aufzubauen. Da Länder wie die USA, Kanada und Australien Debatten über ihren inländischen Emissionshandel führten, sagte Kommissar Dimas, dass die Reduzierung der Emissionen im EU-Industriesektor eine „Ermutigung für andere Länder“ sei, ähnliche Handelssysteme für Emissionszertifikate zu schaffen.