EU-Wahlen: Von der Leyen "deutlich bekannter" als ihre Vorgänger

Laut Bertelsmann Stiftung planen bei der Europawahl im Juni 60 Prozent der Europäer zu wählen, 10 Prozent mehr als bei der letzten Wahl. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist dabei bekannter als ihre Vorgänger.

Euractiv Deutschland mit AFP
Für die Studie der Stiftung wurden europaweit mehr als 13.000 Menschen befragt. 75 Prozent davon kannten von der Leyen (Bild) "mit Namen und Bild". Damit habe sie geschafft, woran viele ihrer Vorgänger gescheitert waren. [EPA-EFE/RONALD WITTEK]

An der Europawahl im Juni soll sich einer Studie nach die Wahlbeteiligung im Vergleich zur vergangenen Wahl steigen. Wie die Bertelsmann Stiftung am Mittwoch (8. Mai) mitteilte, sei EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen „deutlich bekannter“ als ihre Vorgänger.

Für die Studie der Stiftung wurden europaweit mehr als 13.000 Menschen befragt. 75 Prozent davon kannten von der Leyen „mit Namen und Bild“. Damit habe sie geschafft, woran viele ihrer Vorgänger gescheitert waren. „Das ist bemerkenswert, denn europäische Politiker:innen haben es schwer, in den Mitgliedstaaten medial wahrgenommen zu werden“, erklärte Isabell Hoffmann, Europa-Expertin der Bertelsmann Stiftung.

Gleichzeitig fühlt sich der Großteil der Befragten nicht ausreichend über die Arbeit der Kommissionspräsidentin informiert, um diese beurteilen zu können. Lediglich 30 Prozent trauen sich das den Forschenden zufolge zu.

„Um die europäische Exekutive in der Zukunft und über ihre aktuelle Amtsträgerin hinaus zu stärken, muss diese Wissenslücke verkleinert und das Amt über allgemeine Wahlen stärker legitimiert werden“, erklärte Hoffmann. Sie forderte ein „stärkeres“ Spitzenkandidatenmodell oder eine Direktwahl der Kommissionspräsidentin oder des Kommissionspräsidenten.

Als größte Leistung von der Leyens nannten die Befragten der Studie ihren Umgang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine, gefolgt vom Management der Corona-Pandemie.

Die Europawahl findet in Deutschland am 9. Juni statt. Erstmals sind schon
Jugendliche ab 16 Jahren aufgerufen, daran teilzunehmen.