EU will bei COP28 den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorantreiben
Die Mitgliedstaaten wollen beim COP28-Klimagipfel in diesem Jahr einen "globalen Ausstieg aus unverminderten fossilen Brennstoffen" fordern. Damit wird versucht, ein globales Abkommen voranzutreiben. Dies scheiterte auf dem letztjährigen Gipfel.
Die Mitgliedstaaten wollen beim COP28-Klimagipfel in diesem Jahr einen „globalen Ausstieg aus unverminderten fossilen Brennstoffen“ fordern. Damit wird versucht, ein globales Abkommen voranzutreiben. Dies scheiterte auf dem letztjährigen Gipfel.
Die Minister der 27 EU-Mitgliedstaaten verabschiedeten am Donnerstag (9. März) einen Text über ihre diplomatischen Prioritäten im Vorfeld des COP28-Gipfels, der am 30. November in Dubai beginnt.
„Die Klima- und Energiediplomatie ist ein zentraler Bestandteil der EU-Außenpolitik“, heißt es in einer Erklärung, die nach dem Ministertreffen am Donnerstag verabschiedet wurde.
„Der Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft erfordert den weltweiten Ausstieg aus unverminderten fossilen Brennstoffen“, heißt es in dem EU-Text. Dieser verweist auf den wissenschaftlichen Konsens, dass dies von größter Wichtigkeit ist, um stärkere Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden.
„Die EU wird sich systematisch für einen globalen Übergang zu Energiesystemen ohne unverminderte fossile Brennstoffe weit vor 2050 einsetzen“, heißt es in dem Text, der hinzufügt, dass der weltweite Verbrauch fossiler Brennstoffe in naher Zukunft seinen Höhepunkt erreichen dürfte.
Russisches Gas soll nicht vollends ersetzt werden
Europa ist gerade dabei, sein Energiesystem umzubauen, um die Klimaziele zu erreichen und die jahrzehntelange Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen zu beenden.
In dem Text heißt es, die Länder sollten beide Ziele miteinander verbinden und erneuerbare Energien oder Energieeinsparungen – statt fossiler Brennstoffe – nutzen, um die Abhängigkeit von russischer Energie zu verringern.
„Es besteht keine Notwendigkeit, die früheren russischen Erdgasimporte 1:1 zu ersetzen“, heißt es in dem Text, wobei die EU jedoch „eine Übergangsrolle für Erdgas anerkennt.“
Manche Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, hoffen, dass auf dem diesjährigen COP28-Gipfel ein globales Abkommen über den Ausstieg aus CO2-emittierenden fossilen Brennstoffen – nicht nur Kohle, wie bei früheren UN-Klimagesprächen vereinbart, sondern auch Öl und Gas – geschlossen werden kann.
Mehr als 80 Länder, darunter auch die EU, unterstützten auf dem letztjährigen Gipfel einen entsprechenden indischen Vorschlag, der jedoch von Saudi-Arabien und anderen öl- und gasreichen Nationen abgelehnt wurde.
Die Mitgliedstaaten der EU verabschiedeten ihren Klimatext zwei Wochen später als geplant, da sich die Länder darüber stritten, ob sie die Kernenergie fördern sollten.
In der endgültigen Fassung heißt es, dass die EU-Diplomatie neben erneuerbaren Energien auch nachhaltige „kohlenstoffarme Technologien“ fördern wird – eine Formulierung, die häufig in Bezug zur Kernenergie verwendet wird.
[Bearbeitet von Frédéric Simon]