Euro-Umstellung: Kroaten beklagen Welle von Preiserhöhungen

Kaum 48 Stunden nach der Einführung des Euro sah sich Kroatien mit steigenden Preisen konfrontiert, die Bürger:innen, Verbraucherschutzgruppen und die Regierung verärgerten.

Euractiv.com
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Der dritte Tag der kroatischen Mitgliedschaft in der Eurozone brachte weit verbreitete Wut über die jüngsten Preiserhöhungen mit sich, die ausschließlich mit der Umstellung auf die gemeinsame Währung zusammenhängen und die die Regierung als "perfide Ausbeutung und unehrliche Geschäftemacherei" bezeichnete. [[Shutterstock/Alexandros Michailidis]]

Im neuesten Euro-Land, Kroatien, beklagen die Bürger:innen, Verbraucherschutzgruppen und die Regierung dass Unternehmen die Umstellung zu einer Anhebung der Preise genutzt haben.

Der dritte Tag der kroatischen Mitgliedschaft in der Eurozone brachte weit verbreitete Wut über die jüngsten Preiserhöhungen mit sich. Der Handel soll die Umstellung auf die gemeinsame Währung ausgenutzt haben, um die Preise anzuheben. Die Regierung bezeichnet die Situation als „perfide Ausbeutung und unehrliche Geschäftemacherei“.

Kroatien wurde am 1. Januar das 20. Mitglied der Eurozone, was mit einer Stippvisite der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, in Zagreb am Sonntag einherging.

Zuvor waren die Preise bereits in Euro ausgeschrieben, bezahlt hatten Kroat:innen allerdings noch in der damaligen Landeswährung, dem Kuna.

Am Dienstag berichteten zahlreiche Bürger:innen über Preiserhöhungen bei Einzelhändlern und Dienstleistern, obwohl die Regierung und die Zentralbank zuvor zugesichert hatten, dass die Preise nicht nach oben aufgerundet würden, sobald der Euro gesetzliches Zahlungsmittel sei.

Wirtschaftsminister Davor Filipović forderte am Dienstag ein dringendes persönliches Treffen mit großen Einzelhandelsketten, um die Preiserhöhungen zu besprechen.

Nach einem kurzen Treffen sagte er den Medien: „Die Einzelhandelsketten haben die Preise jeden Monat erhöht, und jetzt, nach der Einführung des Euro, erhöhen sie die Preise erneut und versuchen, die Bürger:innen zu betrügen. Aber das wird nicht passieren.“

In einem anschließenden Tweet erklärte Filipović, dass „alle Optionen auf dem Tisch liegen, von schwarzen Listen bis zum Einfrieren der Preise für eine breite Palette von Produkten. Die kroatischen Bürger:innen und die Regierung fordern eine Senkung der Preise.“

Der Einzelhandelssektor im kroatischen Arbeitgeberverband antwortete, er sei „unangenehm überrascht und schockiert über die Drohungen“ des Ministers.

Die staatliche Aufsichtsbehörde verzeichnete 1.738 Verstöße gegen das Gesetz zur Euro-Einführung, berichtete Index.hr am Dienstag.

Verbraucherschützerin Ana Knežević sagte, die Bürger:innen seien „wütend und enttäuscht, weil wir seit letztem Jahr einen Preisanstieg erlebt haben. Und die ganze Zeit wurde uns gesagt, dass die Euro-Einführung nicht zu höheren Preisen führen würde.“

EURACTIV berichtete Ende Dezember, dass Preiserhöhungen bereits weit verbreitet seien und weitere erwartet würden, wobei die Behörden kaum Kontrolle ausübten.