Europäische Datenschutzbehörden gründen Task Force für ChatGPT

Die europäischen Datenschutzbehörden haben am Donnerstag beschlossen, eine spezielle Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit den Datenschutzbedenken im Zusammenhang mit ChatGPT auseinandersetzen soll.

Euractiv.com
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Am 31. März ordnete die italienische Datenschutzbehörde die vorübergehende Aussetzung der Verarbeitung personenbezogener Daten von in Italien ansässigen Personen gegenüber OpenAI, dem Anbieter von ChatGPT, an und leitete gleichzeitig eine Untersuchung wegen möglicher Verstöße gegen die allgemeine Datenschutzverordnung ein. [[Camilo Concha/Shutterstock]]

Die europäischen Datenschutzbehörden haben am Donnerstag beschlossen, eine spezielle Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit den Datenschutzbedenken im Zusammenhang mit ChatGPT auseinandersetzen soll.

Die Entscheidung wurde auf einer Sitzung des Europäischen Datenschutzausschusses getroffen. In dem Gremium sind alle europäischen Datenschutzbehörden vertreten, um die Durchsetzung der EU-Datenschutzvorschriften zu koordinieren und zu rationalisieren.

Am 31. März ordnete die italienische Datenschutzbehörde die vorübergehende Aussetzung der Verarbeitung personenbezogener Daten von in Italien ansässigen Personen gegenüber OpenAI, dem Anbieter von ChatGPT, an und leitete gleichzeitig eine Untersuchung wegen möglicher Verstöße gegen die allgemeine Datenschutzverordnung ein.

Die Entscheidung der italienischen Datenschutzaufsichtsbehörde löste weltweit Diskussionen über die Auswirkungen von großen Sprachmodellen wie ChatGPT auf den Datenschutz aus. Europäische Behörden wie die CNIL in Frankreich haben aufgrund ähnlicher Beschwerden Ermittlungen gegen das System der künstlichen Intelligenz eingeleitet.

Im Vorfeld der Sitzung des Verwaltungsrats am Donnerstag beantragte die spanische Datenschutzbehörde, die Datenschutzbedenken im Zusammenhang mit ChatGPT auf die Tagesordnung zu setzen, um koordinierte Entscheidungen auf europäischer Ebene zu treffen.

Um eine einheitliche Anwendung der Vorschriften zu gewährleisten, haben sich die europäischen Datenschutzbehörden darauf geeinigt, eine Task Force für die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch über mögliche Durchsetzungsmaßnahmen einzurichten.

In der Zwischenzeit hat die italienische Datenschutzbehörde OpenAI am Mittwoch eine Frist bis zum 30. April gesetzt, um ChatGPT an die europäischen Datenschutzbestimmungen anzupassen und eine Reihe von Korrekturmaßnahmen vorzuschlagen.

Die italienische Behörde forderte das Technologieunternehmen auf, seinen Datenschutzhinweis zur Verfügung zu stellen, in dem erläutert wird, wie die Daten der Nutzer für das Funktionieren von ChatGPT verwendet werden.

OpenAI wird auch erklären müssen, auf welcher Rechtsgrundlage es personenbezogene Daten für das Training seiner Algorithmen verarbeitet. Dabei könnte es sich um die Einwilligung der Nutzer oder um ein berechtigtes Interesse handeln.

Noch schwieriger wird es, wenn das KI-Unternehmen sowohl Nutzern als auch Nicht-Nutzern Instrumente zur Verfügung stellen muss, mit denen sie die Berichtigung ihrer personenbezogenen Daten oder sogar deren Löschung beantragen können, wenn eine Berichtigung technisch nicht möglich ist.

Darüber hinaus sollte jeder die Möglichkeit haben, zu verlangen, dass seine Daten nicht in das KI-Modell eingespeist werden.

Bis zum 31. Mai muss OpenAI der italienischen Aufsichtsbehörde einen Plan vorlegen, wie die Altersüberprüfung seiner Nutzer bis zum 30. September umgesetzt werden kann. So soll verhindert werden, dass Kinder unter 13 Jahren und Minderjährige, die nicht die Zustimmung ihrer Eltern haben, Zugang erhalten.

Schließlich möchte die italienische Datenschutzbehörde, dass das amerikanische Unternehmen eine Informationskampagne über Radio, Fernsehen, Zeitungen und das Internet durchführt, um die Menschen darüber zu informieren, wie sie ihre persönlichen Daten nutzen, um ihre künstliche Intelligenz zu programmieren.

[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]