Europäische Schuldenkrise belastet Konsumklima

Bürgschaften und Kredite für notleidende Euroländer verunsichern die deutschen Verbraucher, beobachtet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Die EZB versucht indes zu beruhigen. Man werde alles tun, um die Inflation mittelfristig zu senken.

Der Euro ist vielen Deutschen inzwischen etwas unheimlich. Foto: dpa.
Der Euro ist vielen Deutschen inzwischen etwas unheimlich. Foto: dpa.

Bürgschaften und Kredite für notleidende Euroländer verunsichern die deutschen Verbraucher, beobachtet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Die EZB versucht indes zu beruhigen. Man werde alles tun, um die Inflation mittelfristig zu senken.

Die Konsumlaune der deutschen Verbraucher hat sich im Mai verschlechtert. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen wie auch die Anschaffungsneigung sind gesunken, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch mit. Als Gründe nennt die GfK die Verschärfung der Schuldenkrise in Griechenland sowie die anhaltend hohen Energiepreise. Allerdings sinkt der Konsumklimaindex nur leicht von 5,7 im Mai auf 5,5 Punkte im Juni. 

Angesichts der neuen Bürgschaften und Kredite für notleidende Euro-Länder hätten viele Verbraucher offenbar die Befürchtung, dass damit auch auf sie finanzielle Belastungen zukommen könnten, kommentieren die GfK-Experten.

Sorgen bereiten den Verbrauchern auch die Preisentwicklung. Die Inflation stieg im im April in Deutschland auf 2,7 Prozent. In der gesamten Eurozone erreichte  sie 2,8 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor dem Dilemma, dass sie als Gegenmaßnahme den Leitzins nicht erhöhen kann, ohne damit die Konjunktur in den notleidenden Eurostaaten weiter zu belasten (EURACTIV.de vom 4. Mai 2011).

EZB verspricht Inflationsbekämpfung

Die EZB wird allerdings laut Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi alles tun, um die Inflation mittelfristig wieder auf die Zielmarke von zwei Prozent zu senken. "Wir beabsichtigen, alle Mittel einzusetzen, die wir brauchen", sagte Bini Smaghi am Dienstag dem österreichischen Radio "Ö1". "Natürlich ist das ein mittelfristiges Ziel, daher dürfen wir nicht überreagieren, aber wir haben unsere Politik im April geändert und wir werden alles tun, was erforderlich ist, um (unser) Inflationsziel zu erreichen." Die EZB wird demnach streng darauf achten, dass die Inflation nicht durch Lohnerhöhungen wegen steigender Nahrungsmittel- und Ölpreise zusätzlich angekurbelt wird. Wann das Inflationsziel wieder erreicht werden könne, sei nicht absehbar, sagte Bini Smaghi.

Im April hatten die Währungshüter den Zins zum ersten Mal seit zwei Jahren angehoben, auf nun 1,25 Prozent. Wegen der anhaltenden Preissteigerungen wird erwartet, dass die EZB bereits im Juli den Leitzins weiter auf 1,5 Prozent erhöht.

awr/EURACTIV/rtr

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