Von Suffolk bis Słubice – Europa bricht Hitzerekorde
Während die Nachrichtenagentur AFP schätzt, dass am Sonntag rund 200 Millionen Europäer unter Temperaturen von über 35 Grad litten, beschränkte sich die Hitze bisher größtenteils auf Westeuropa. Frankreich verzeichnete einen Juni-Rekord von 44,3 Grad.
Europa erlebt gerade seinen bisher heißesten Sommer, wobei Polen das jüngste Land ist, in dem der Temperaturrekord gebrochen wurde, während sich die Hitzewelle nach Osten ausbreitet.
Insider in Berlin erzählen gerne die Geschichte, wie ein politischer Rivale des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz – der dafür bekannt war, wann immer möglich Anzug und Krawatte zu tragen – einmal dafür sorgte, dass Merz während einer Rede unter die härteste, hellste und heißeste Beleuchtung gestellt wurde, um ihn ins Schwitzen zu bringen.
Heutzutage werden solche politischen Tricks in einem Land, das an drei aufeinanderfolgenden Tagen seinen Allzeit-Temperaturrekord gebrochen hat und am Sonntag 41,7 Grad erreichte, überflüssig. Bemerkenswerterweise verfügt das Kanzleramt über keine Klimaanlage.
Während die Nachrichtenagentur AFP schätzt, dass am Sonntag rund 200 Millionen Europäer unter hohen Temperaturen von über 35 Grad litten, beschränkte sich die Hitze bisher größtenteils auf Westeuropa. Frankreich verzeichnete einen Juni-Rekord von 44,3 Grad, während in Spanien im Süden 45,1 Grad gemessen wurden. Großbritannien verzeichnete seinen heißesten Tag im Juni mit Temperaturen von bis zu 37,3 in Suffolk.
Am Sonntag brach jedoch auch Polen seinen Allzeit-Temperaturrekord. Mit 40,5 Grad in Słubice wurde der bisherige Rekord deutlich übertroffen. Sowohl Dänemark als auch Tschechien brachen ebenfalls ihre Rekorde.
Das Wetter, das durch einen „Hitzedom“ aus in Nordafrika gestauter heißer Luft angetrieben wird, wird wahrscheinlich durch die jüngsten Auswirkungen des Klimawandels noch verschärft. Europa gilt als der sich am schnellsten erwärmende Kontinent.
„So unvorbereitet auf den Klimawandel“, schrieb Teresa Ribera, EU-Kommissarin für den ökologischen Wandel, auf Bluesky. „Besorgniserregenderweise haben Resilienz und Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels in den meisten europäischen Ländern noch keine Priorität“, fügte sie hinzu.
(ow)